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Leserbriefe

Ein realitätsfernes Panoptikum

04.06.2014 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Reinmar Wipper, Nürtingen. Zum Leserbrief „Öfter gemeinsame Lösungen?“ vom 30. Mai. Es ist Mode, die Arbeit des Nürtinger Gemeinderats in Frage zu stellen. Hervor tun sich damit oft Leute, die selten oder nie dabei sind. Herr Hartmann schreibt von „eigenartigen und speziellen Verhältnissen im Gemeinderat“. Es geht ihm aber nicht um objektive Analyse des Wahlergebnisses. Er sieht eine konservativ-liberale Mehrheit aus CDU, Freien und FDP. Und dann würdigt er herab, vom hohen, hinkenden Ross. Er spricht von einer „grün-links-bunten Alternative“. Und der Presse als deren Steigbügelhalter. Und zwischen den Lagern die leider vom Wähler nicht honorierte, ausgleichende SPD. Ein realitätsfernes Panoptikum!

Da bin ich mal gespannt, was die Freien und die Liberalen dazu sagen, die mir nichts, dir nichts für eine Dauermehrheit der CDU zugetrieben werden. Die CDU hat nur noch sieben statt zehn Sitze. Die freien Wählergruppen indessen insgesamt neun, vormals acht. Meine Fraktion nur noch fünf statt acht. Auch die SPD hat 20 Prozent verloren. Die Liberalen Bürger knapp nicht. Das hängt aber alles sowohl an der allgemeinen Reduzierung des Gremiums um knapp 20 Prozent als auch an Wählerwanderungen. Wohin Wähler der CDU gewandert sind, weiß ich nicht.

Von der Nürtinger Liste/Grüne sind viele zur NT14-Gruppe gewandert, die sich aber auch einen eigenen Wählerkreis erschlossen hat. Zusammen sind es rein rechnerisch immerhin wieder neun Sitze. Es ist jedoch müßig, fixe Allianzen herbeizureden, egal wo. Die hängen nämlich stets an den Themen, und das gibt wechselnde Mehrheiten. Das war in den letzten fünf Jahren so und wird so bleiben. Gelebte Demokratie, gut so, und keine Schwäche des Gremiums. Es gibt eben keine „Regierungsmehrheit“ gegen eine „Oppositionsminderheit“. Wenn das auch manche Leute sich wünschen. Herrn Hartmanns Lehrstunde gipfelt schließlich in der Rede vom „abschreckenden Beispiel Nürtingen“. Das ist keine Mode mehr, auch keine Meinung, sondern für Stadt und engagierte Bürger eine Unverschämtheit.

Leserbriefe

Impfpflicht leider ausgeschlossen

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Artikel „Noch zu früh“ vom 26. Februar. Es ist ein sehr gewagtes „leider“ im letzten Satz des Kommentars „Noch zu früh“ von Markus Grabitz – Zitat: „Die Bundesregierung hatte ja eine Impfpflicht – leider – ausgeschlossen“: Als Journalist sollte ihm bekannt…

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