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Leserbriefe

Ein Gewerbebetrieb, der Steuern zahlt

19.06.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Claudia Krasovc, Nürtingen. Zum Leserbrief „Die Frauen leben in Abhängigkeiten“ vom 10. Juni. Ich weiß nicht, woher Frau Spiegel ihr fundiertes angebliches Wissen über unsere Branche hat. Ich kann es ihr nicht einmal übel nehmen. Es werden sehr viele Unwahrheiten über Prostitution verbreitet. Natürlich gibt es genügend schwarze Schafe, wie in jeder anderen Branche auch. Deshalb gebe ich am besten einen Einblick in unser Haus und die Führung. Seit 2007 betreibe ich das „Knusperhäusle“ in Nürtingen. Wir unterscheiden und heben uns von dem Großteil der Läden ab. Das können Gesundheitsamt sowie Ordnungsamt und die Sittenpolizei bestätigen; mit denen wir schon immer Hand in Hand arbeiten und von denen wir kontrolliert werden. Ich selbst arbeite genauso als Sexarbeiterin wie die anderen Mädchen in meinem Haus. Übrigens jeden Alters (21 plus) und verschiedenster Nationalität. Niemand wird zu etwas gezwungen und die Mädchen können sich ihre Gäste selber aussuchen.

Das Personal kontaktiert mich aus freien Stücken und ich lehne die Zusammenarbeit mit sogenannten Vermittlern (sprich Zuhältern) strikt ab. Wir leben hier wie in einer Familie. Ich koche täglich für alle und die Mahlzeiten werden gemeinsam eingenommen. Natürlich sind wir ein ganz normaler Gewerbebetrieb, nicht umsonst das „älteste Gewerbe“ der Welt. Wenn die Sexarbeiterinnen legal ihre Dienste in unserem Knusperhäusle anbieten, wo sie selbst wählen können, ob sie risikofrei auf Prozente oder Tagesmiete arbeiten können, gibt es die Legalität und den Schutz der Sexarbeiterinnen.

Stellen wir uns mal vor, die Prostitution würde offiziell verboten werden; dann würden die Menschenrechtsverletzungen sowie Gewalt gegen Frauen gefördert und selbstverständlich würde auch die Vergewaltigungsrate enorm ansteigen. Die osteuropäischen Frauen würden in die Illegalität gedrängt werden und sind den Menschenhändlern schutzlos ausgeliefert. Ich persönlich finde es unverschämt, die Begriffe „Geldwäsche und Frauenhandel“ mit unserem Betrieb in Verbindung zu bringen. Ohne jegliche Kenntnis und Fakten grenzt das fast an Verleumdung! Wir sind ein ganz normaler Gewerbebetrieb, der seine Steuern zahlt und zusätzlich noch eine Vergnügungssteuer an die Stadt Nürtingen abführt. Insofern haben wir das gleiche Recht, wie jeder andere Gewerbebetrieb auch, die Soforthilfe vom Staat in Anspruch zu nehmen.

Leserbriefe

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