Leserbriefe

E-Mobilität: Ein tot geborenes Kind

20.07.2019 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hartmut Schewe, Aichtal-Neuenhaus. Zum Leserbrief „Erfolgversprechende Anstrengungen“ vom 6. Juli. Herr Rall hat recht, wenn er meint, jeder, der sich in die Debatte um die Zukunft der Energieversorgung einschaltet, möge sich um die Technik kümmern. Das reicht aber nicht. Die erste Frage ist die, woher die gigantischen Mengen an Kupfer für die Elektromotoren kommen sollen, die für eine großflächige Umrüstung auf die EMobilität benötigt werden. Wieder einmal nach „bewährter“ Kolonialherrenart, indem Länder wie der Kongo oder Chile von westlichen, milliardenschweren Rohstoffkonzernen ausgeplündert werden, die Gewinne aber im Nirwana der westlichen Finanzindustrie verschwinden? Diese Politik führte im Iran zur Herrschaft der Mullahs. Die es jetzt durch völkerrechtswidrige Sanktionen und Kriegsdrohungen zu beseitigen gilt.

Diese westliche Arroganz war es auch, die den heutigen islamistischen Terrorismus erst erzeugte. Das lässt sich zum Beispiel bei Todenhöfer („Die große Heuchelei“) oder Lüders („Wer den Wind sät . . .“) minutiös nachlesen. Ähnliches gilt für die seltenen Erden, die vor allem für die Speichertechnologie (Akkus) unverzichtbar sind. Mir ist nichts davon bekannt, dass die Lösung „durch einen anderen, in großen Mengen vorkommenden Stoff . . .“ vor der Tür stehen würde. Es stellt sich weiter die Frage, woher diese Unmengen an Strom herkommen sollen und wie die dorthin transportiert werden können, wo sie gebraucht werden. Schon jetzt ist das Stromnetz am Rande seiner Kapazität! Letzten Monat stand es dreimal vor dem Zusammenbruch, einmal konnte er nur durch hektische Zukäufe aus dem Ausland abgewendet werden!

Lösung ist nur durch die Wasserstoff-Technologie möglich. Sie kann die vorhandene Infrastruktur mit relativ geringem Aufwand nutzen und ist klimaneutral. Weltweit gibt es zehntausende Kilometer an Küsten mit Sonnengarantie. Wasserstoff ist leicht zu speichern, Gas-Pipelines gibt es zuhauf und das Netz lässt sich ergänzen. Die E-Mobilität, wie sie derzeit im Gespräch ist, verspricht Milliardengewinne, ist exorbitant umweltschädlich, ist ein tot geborenes Kind.

Leserbriefe

Wasen-Pläne noch mal genau überdenken

Anke Gottschling, Nürtingen. Zum Artikel „OB legt sich für die Wasen-Pläne ins Zeug“ vom 28. November. Ich und meine zwei Kinder wohnen sehr gerne in Nürtingen am Neckar. Mit Erschrecken habe ich kurz vor der Sitzung am 26. November im Rathaus und dann auch dort von den Plänen für den Wasen…

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