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Leserbriefe

Die Wendlinger Schadstoff-Panne

02.10.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Schönhaar, Unterensingen. Zum Artikel „Harsche Kritik nach Schadstoff-Panne“ vom 25. September. Auf der Info-Veranstaltung zum Thema PCB und PCP im Robert-Bosch-Gymnasium konnte man sich wieder einmal von der „Gesundheitsfürsorge“ staatlicher Einrichtungen überzeugen. Es wurde wie immer versucht, herunterzuspielen und zu beschwichtigen. Wenigstens hat sich nun die Stadtverwaltung nach 14 Jahren fast völliger Untätigkeit öffentlich verpflichtet, innerhalb eines Jahres wirkliche Sanierungsmaßnahmen durchzuführen und deren Wirksamkeit auch zu überprüfen.

Auf dem Podium haben allerdings die eigentlich Verantwortlichen für die Misere gefehlt, nämlich die Vertreter der Chemie- und Technologiekonzerne, die ständig neue Problemstoffe und fragwürdige Technologien auf den Markt bringen, und die Wissenschaftler und Politiker, die diese sorglos oder absichtlich ohne ausreichende Prüfung und vorschnell zulassen.

Daraus kann für uns Bürger und unsere Kommunalpolitiker als Bauherren und im Alltag nur eines folgen: Wir müssen uns selbstkritisch mit Baustoffen, Chemieprodukten, Nahrungsmitteln und deren Herstellungsverfahren auseinandersetzen, da wir der staatlichen Überwachung nicht trauen können und schon gar nicht der „Selbstkontrolle“ der Industrie und großer Teile der Wissenschaft. Weiterhin ist zu fordern, dass wirklich unabhängige Kontroll-Instanzen geschaffen werden, die das Risikopotenzial von neuen Stoffen und Technologien über lange Zeit prüfen. Wenn dies nicht gelingt, wird es auch in der Zukunft immer wieder neue Gefährdungen mit unabsehbaren Folgen für unsere Gesundheit und die öffentlichen Finanzen geben. Den Preis bezahlt immer der Bürger.

Zunächst fördern wir mit unserem Steuergeld die Entwicklung neuer, oft fragwürdiger Technologien und Chemikalien, dann wird deren Einführung gefördert. Anschließend dürfen wir die Produkte kaufen und es werden Milliarden damit verdient, von denen wir nur einen kleinen Teil in Form von Steuern und Arbeitsplätzen erhalten. Im Verlauf dürfen wir und unsere Nachkommen dann die Folgekosten für Sanierungen und Entsorgung tragen oder bezahlen das Ganze im schlimmsten Fall mit unserer Gesundheit oder gar unserem Leben. Die Liste ist lang und erweiterbar: PCB, PCP, Lindan, Contergan, Agent Orange, Atomtechnologie, Dioxin, Gentechnik, Mobilfunk, Nanotechnologie . . . 

Leserbriefe

Impfpflicht leider ausgeschlossen

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Artikel „Noch zu früh“ vom 26. Februar. Es ist ein sehr gewagtes „leider“ im letzten Satz des Kommentars „Noch zu früh“ von Markus Grabitz – Zitat: „Die Bundesregierung hatte ja eine Impfpflicht – leider – ausgeschlossen“: Als Journalist sollte ihm bekannt…

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