Leserbriefe

Die steigenden Strompreise

11.01.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Walter Stückle, Neckartenzlingen. Zum Artikel „Strompreis: Deutschland Spitzenreiter in Europa“ vom 30. Dezember. Sechs Prozent Erhöhung der Strompreise. Wenn dies als Lohnforderung beansprucht wird, kann man die Stromriesen und die Industrie schon jammern hören. Meiner Meinung nach ist diese Erhöhung nur der erste Vorstoß der Stromindustrie. Obwohl nach den Aussagen der Stromriesen der Strompreis europaweit gesunken ist, bezahlt der deutsche Michel mehr denn je. Selbst der Chinese rudert mit der Förderung von Elektroautos schon zurück, weil man erkannt hat, dass dafür der Strombedarf nicht zu erzeugen ist. Von der Umweltbelastung ganz zu schweigen.

Die Abschaltung der Atommeiler wird uns in den nächsten Jahren noch teuer zu stehen kommen. Der Strom wird von unseren Nachbarn bezogen, die noch Atommeiler sowie Kohle- und Gaskraftwerke haben. Und da schließt sich für mich wieder der Kreis: Der deutsche Michel wird es bezahlen. Hauptsache Deutschland ist grün. Die Finanzkrise von 2007 oder der aktuelle Diesel-Skandal zeigen, welche Nachteile die Gier Einzelner für eine Gesellschaft oder für andere haben kann. Wenn gieriges, skrupelloses Verhalten von den Mächtigen vorgelebt wird, sinkt die Schwelle für Regelmissachtungen auch bei anderen. „Es ist wichtig, dass unsere Wirtschaft so reguliert ist, damit ein fairer Wettbewerb stattfinden kann. Dass sich Konkurrenz nicht über die Ausbeutung von Arbeitskräften und über Umweltverschmutzung entwickelt, sondern über Qualität“, sagt Gerhard Kruip, Professor für Sozialethik und christliche Anthropologie an der Universität Mainz. Gier hat aber auch persönliche Nachteile: „Gier wirkt distanzierend. Man verdirbt es sich mit anderen Menschen, vor allem wenn man auf deren Kosten gierig ist“, so Kruip. Im deutschen Strafrecht spielt die Habgier übrigens eine zentrale Rolle. Ein Totschlag gilt als Mord, wenn der Täter aus Habgier gehandelt hat, beispielsweise um seine Schulden nicht zurückzahlen zu müssen.

Leserbriefe

Nicht mit dem Glauben Politik machen

Walter Stückle, Neckartenzlingen. Zum Artikel „Skepsis gegenüber türkischen Schulen“ vom 11. Januar. Jetzt ist es aber genug! Wird ernsthaft darüber nachgedacht, muslimische Schulen zuzulassen. Bei den Moscheen hat man schon den Fehler gemacht, dass dort nicht in deutscher Sprache gepredigt…

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