Leserbriefe

Die Schere klafft weit auseinander

18.08.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Kommentar „Nicht ausruhen“ vom 10. August. Thomas Durchdenwald ist ein sehr guter Journalist und deshalb hat er auch sachlich und ausführlich in der Nürtinger Zeitung darüber berichtet, was im Auftrag der Stuttgarter IHK ermittelt wurde: 7569 Euro werden 2018 in der Region Stuttgart pro Kopf im Durchschnitt ausgegeben. Diese IHK-Prognosen sind beglückend für all die „Köpfe“ der Region, die mit ihrem Reichtum diesen Durchschnitt in schwindelnde Höhen treiben.

Gleichzeitig wird damit allen Menschen noch einmal deutlich gezeigt, dass auch hier bei uns die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinanderklafft. Das ist ein beschämendes Ergebnis der Geld- und Profitgier, die sich in Stuttgart unter anderem auch in den endlosen und sinnlosen Zerstörungen zeigt, mit denen viele Milliarden Euro Steuergeld von unten nach oben verteilt werden.

Erschreckend hingegen sind diese IHK-Erfolgsmeldungen mit der 7569-Euro-Konsumgeld-Prognose für die vielen Menschen in derselben Region Stuttgart, die schon jetzt zu wenig zum Leben haben und nicht einmal eine bezahlbare Wohnung finden. Diese Menschen „sollten beim Konsumrausch nicht aus den Augen verloren werden“, schreibt Thomas Durchdenwald in seinem Kommentar „Nicht ausruhen“ auf der Titelseite, den er mit der ernsten Mahnung abschließt (Zitat): „Eine reiche Region sollte nicht nur darüber nachdenken, was zu tun ist, um Wohlstand zu sichern und zu mehren. Sondern auch darüber, wie sie gerechter wird“. Eine Wahrheit, die bei der „Mehrheit der politischen Repräsentanten“ in Stadt und Land sehr wenig Beachtung findet, obwohl ganz viele Menschen sich nicht mehr mit der Ungerechtigkeit abfinden wollen, dass bei Löhnen, Renten, sozialen Leistungen und Wohnungen, bei Waffenexporten und Umweltzerstörung Politik gegen die Bevölkerung und die Menschlichkeit gemacht wird.

Das gilt für Deutschland, Europa und die ganze Welt – aber auch für die Region Stuttgart. Also: Nicht ausruhen auf dem Geld der IHK-Prognosen, sondern nachdenken, wie auch die Region Stuttgart gerechter werden kann.

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