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Die Renten und Abgeordnetendiäten

07.08.2010 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dr. Wolfgang  Bone,  Lenningen-Gutenberg. Zum Artikel „Mehrheit gegen Rentengarantie“ vom 31. Juli. Seltsam sind die Vorstöße von Herrn Brüderle (FDP) zur Rentenkürzung schon. Ich habe nicht vernommen, dass er auch vorschlägt, sein Gehalt zu kürzen, ein Gehalt, das mit Sicherheit höher ist als die höchste Rentenzahlung und auch höher als der Verdienst eines Arbeiters. Und in Baden-Württemberg werden die Diäten der Abgeordneten erhöht und durchaus nicht an sinkende Löhne angepasst. Auch die Partei von Herrn Brüderle stimmte der Erhöhung zu.

Neulich schrieb ein Leser in dieser Zeitung, dass der gegenwärtige Wohlstand doch vorwiegend den Rentnern zu verdanken sei. Das ist durchaus richtig, obwohl nicht alle an diesem Wohlstand teilhaben, denn es gibt leider Menschen, die trotz fleißiger Arbeit am Rande des Existenzminimums stehen. Auf der anderen Seite gibt es diejenigen, auch viele junge Menschen, die sich Dinge leisten können, von denen heutige Rentner, jedenfalls die älteren Rentner, als sie in diesem Alter waren, nur träumen konnten. Im Urlaub verreisen, Taschengeld zu bekommen, war für viele undenkbar. Es gibt noch heute alte Menschen in Baden-Württemberg, deren weiteste Reise eine Fahrt nach Stuttgart war. Und die Jahreskarte für 10 Mark für das Freibad war für manchen das einzige, was ihm die Eltern in den Ferien bieten konnten.

Alles, was heute für viele selbstverständlich ist, war für die meisten der heutigen Rentnergeneration, jedenfalls der älteren Rentnergeneration, unerschwinglich. Die Möglichkeit einer zusätzlichen Riesterrente gab es noch nicht, sodass die meisten mit zirka zwei Drittel des früheren Gehalts auskommen müssen. Und weshalb muss der Staat eigentlich so viel Steuermittel in die Rentenkasse dazugeben? Doch wegen der vielen Fremdrenten, weil Menschen Rente beziehen, die nie in die Rentenversicherung einbezahlt haben.

Ich gönne es jedem von Herzen, der sich heute Dinge leisten kann, die für die heutige Rentnergeneration meistens undenkbar waren. Wenn mir allerdings jemand von seinem letzten Urlaub auf Mallorca oder in Thailand erzählt, gleichzeitig aber erklärt, sein Lohn sei so niedrig, dass es für eine Zahlung in die Riesterrente nicht reiche, zumal er ein neues Auto brauche, hält sich mein Mitleid doch sehr in Grenzen. Und Kürzungen, egal ob bei Einkommen oder Renten, sollten zunächst einmal bei denen erfolgen, die jetzt schon so viel haben, dass sie es jetzt und wohl auch in Zukunft gar nicht ausgeben können.

Herr Brüderle gehört wahrscheinlich dazu. Er gehört ja auch zur „Partei der Besserverdienenden“ und braucht sich um seine Rente, selbst wenn sie mal gekürzt werden sollte, mit Sicherheit keine Sorgen zu machen.

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