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Die Rechnung bezahlen die Bürger

07.08.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Bernd Kuhn, Frickenhausen. Zum Artikel Ein starkes Signal an die Wehr“ vom 31. Juli. Einige Frickenhäuser erinnern sich sicher noch an die Gemeindereform in den 70-er Jahren. Ziel war es, leistungsfähige Gemeinden, die den Anforderungen an die Zukunft gewachsen sind zu erhalten. Durch diese größeren Einheiten sollen Synergieeffekte in den Verwaltungsbereichen, die notwendig sind, um den gestiegenen Bedürfnissen der Bevölkerung nach Schulen, Kindergärten, Freizeiteinrichtungen, Altenheimen, Sportanlagen, Kultur- und Sozialeinrichtungen gerecht werden, entstehen.

Beobachtet man die derzeitige Investitionspolitik der Gemeinde Frickenhausen entsteht der Eindruck, dass dieser Grundgedanke für Frickenhausen nicht gilt. Da werden Millionen für dezentrale Einrichtungen in den Ortsteilen ausgegeben die jeder sachlichen Grundlage entbehren. Von den laufenden Kosten gar nicht zu reden. Und nun auch noch ein millionenschwerer Umbau des Feuerwehrhauses in Linsenhofen. Die kostenintensive Entscheidung des Gemeinderates, die Feuerwehren in allen drei Ortsteilen zu erhalten, hätte man nach heutigen Erkenntnissen revidieren müssen. Eine sachliche Feuerwehrbedarfsplanung könnte aufzeigen, dass der Hauptstandort Frickenhausen für einen effektiven Brandschutz die richtige Lösung wäre. Dieser Standort ist für die meisten Feuerwehrmänner und Frauen genau so schnell zu erreichen und hat im Ernstfall nur Vorteile. Die Tischardter Wehr kann in vielen Fällen mangels Personalmangel den Brandschutz am Ort allein nicht gewährleisten. Die Nachwuchsarbeit bei der Feuerwehr ist an einem zentralen Standort attraktiver und besser zu gestalten. Es ist für die Gemeinde wichtig, dass die Feuerwehr neue Frauen und Männer für die wichtige Mitarbeit bekommt.

Einerseits überlegt man sich, Teile der Verwaltung im Neuffener Tal aus Kostengründen zu zentralisieren andererseits gibt man das nicht vorhandene Geld mit vollen Händen für Dezentralisierungsmaßnahmen in den Ortsteilen aus. Diese und die noch auf die Gemeinde in der Zukunft zukommenden Investitionen müssen, auch in Zeiten der Corona Krise, auf den Prüfstand. Zum jetzigen Zeitpunkt solche Investitionen zu beschließen ist nicht zukunftsgerichtet. Auch die Gemeinde Frickenhausen wird die Auswirkungen der Krise noch zu spüren bekommen. Aber da erhöht man halt die Hebesätze für die Einkommens- und Gewerbesteuer. Unsere ortsansässigen Firmen und wir Bürger zahlen ja gerne mehr Steuern. Die Gemeinde wird dann vom Zahler im Kommunalen Finanzausgleich zum Empfänger, irgendwo muss das Geld ja herkommen. Ich frage mich, wann merken die ewig Gestrigen, dass sich die Anforderungen einer Kommune an die Zukunft grundlegend verändert haben? Ein wenig mehr Weitblick und Verantwortungsbewusstsein wäre angebracht, damit Frickenhausen auch in Zukunft eine liebens- und lebenswerte Gemeinde bleibt.

Leserbriefe

Es sind zu viele offene Baustellen

Hans Thaler, Aichtal-Grötzingen. Zum Artikel „Welche Themen interessieren im Aichtal?“ vom 12. September. Der Blick auf die letzten acht Jahre sowie in die Zukunft gibt Antworten. Kommunikation mit Bürgern – vor Ort bei Projekten, die Anwohner betreffen, oder in der Bürgerfragestunde, in der…

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