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Leserbriefe

Die Oberensinger wurden nicht gefragt

05.12.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Wilhelm Rösch, NT-Oberensingen. Zum Artikel „Hilfe bei Bewältigung humanitärer Aufgabe“ vom 30. November. Die Asylbewerberzahlen in Deutschland steigen, wobei Baden-Württemberg 12,8 Prozent dieser Menschen unterbringen muss. Das führt zu einem ernsthaften Problem. Nach der Erstaufnahme in Karlsruhe erfolgt die Verteilung in sogenannte untere Aufnahmebehörden (Städte, Gemeinden). Wie es scheint, herrscht hier reines Zufallsprinzip. Nürtingen kam bisher glimpflich davon. Das ehemalige Asylbewerberheim in Zizishausen ist schon längst Wohnraum für sozial schwache Familien.

Jetzt hat man sich großzügig gezeigt und 40 Asylbewerbern im ehemaligen katholischen Gemeindehaus, dem Oberensinger Effata, Unterkunft gewährt, ohne über die Eignung des Standortes und die Verträglichkeit für den Ortsteil nachzudenken (das alte Krankenhaus wäre eventuell eine Alternative). Mit großem Erstaunen und Unverständnis erleben wir Oberensinger derzeit, wie unserem kleinen Teilort (4000 Einwohner) die ganze Last Nürtingens aufgebürdet wird. Die katholische Kirche freut sich, endlich ihr Leerstandsproblem im Effata gelöst zu haben und steuerfinanzierte Mieteinnahmen durch den Landkreis gleich mit der Nächstenliebe verknüpfen zu können.

Weshalb kann die Stadt einfach zustimmen, ohne dass Oberensinger je gefragt wurden? Es wäre wünschenswert, wenn Oberensinger Bürger entschieden öffentlichen Protest zeigten und dieser hätte nichts zu tun mit der Ablehnung von Asylbewerbern oder gar Ausländerfeindlichkeit. Die Art und Weise der Entscheidung über das Objekt und das gewählte Maß der Hilfe übersteigen die Möglichkeiten der Oberensinger Bürger. Da der Mietvertrag direkt zwischen Kirche und Landkreis geschlossen wurde, ist die Stadt Nürtingen sicher außen vor, hat aber dennoch zugestimmt, ohne die Bürger einzubinden. Und so kommt die Belebung des Oberensinger Ortskerns noch vor Fertigstellung der lange von den Bürgern erkämpften Ortskernsanierung zustande. Der Lindenplatz und die Aichterrassen werden einer intensiven Nutzung zugeführt werden. Die Asylbewerber (ausschließlich Männer) werden diese für Oberensinger gedachten Plätze mangels jeglicher Außenanlagen am Effata und dem Platzmangel im Gebäude intensiv nutzen.

Ein normales Leben im Ortsteil Oberensingen scheint nicht möglich. Die Stadt Nürtingen sollte schnellstmöglich eine bessere Lösung finden. Oberensingen wird gern einen Beitrag leisten, da bin ich mir sicher.

Leserbriefe

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