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Die Musikschule nicht schließen

03.05.2013 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Thomas G. Wagner, Großbettlingen, Landesvorsitzender BW der Fachgruppe Musik in Verdi. Zum Artikel „Ist das Schicksal der Musikschule besiegelt?“ vom 27. April. Nicht schon wieder! Gerade ist in Nürtingen die drohende Schließung der Kunstschule und die erheblichen Einsparungen der Musikschule abgewendet worden, geht es jetzt um die Bildungseinrichtung in Wolfschlugen. Langsam wächst die Wut im Bauch, hört man den Sonntagsreden unserer Bildungspolitiker zu, allen voran unsere Bundesfamilienministerin, wie wichtig Musikerziehung für unsere Kinder sei, und auch ist! Nur wie die Kommunen und Gemeinden alles finanziell stemmen sollen, bleibt ein Rätsel.

Dass Musikschulen Geld kosten ist klar, und dass das pädagogische Personal (übrigens zahlt das Land Baden-Württemberg zehn Prozent der Gehälter für festangestellte Lehrer) nur mit vernünftigen Verträgen und Entlohnung ihre Berufung ausüben können auch. Wie sagte der kulturpolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion Manfred Kern auf der Kundgebung in Nürtingen am 23. April dieses Jahr: „Kulturelle Bildung ist eines der Fundamente, auf denen die Zukunft unserer Gesellschaft aufgebaut ist“, und Erfolge künstlerischer und kultureller Bildung lassen sich nur schwer in Zahlen messen. Wenn jetzt seine Parteikollegin Gabriela Wiesmann für die Lehrkräfte Honorarverträge ins Spiel bringt, frage ich mich, will sie die Wolfschlüger Lehrkräfte in prekäre Beschäftigungen bringen, denn diese „Stundenlöhner-Verträge“ beinhalten keinerlei soziale Absicherungen, wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Mutterschutz, Urlaub, Kündigungsschutz et cetera. Und die rein monitäre Entlohnung liegt in fast allen Musikschulen weit hinter dem des geltenden Tarifvertrages.

Überhaupt ist die Kündigung eines Mitarbeiters im öffentlichen Dienst nach 20 Jahren rechtlich einfach so zu beschließen? Dass es in Wolfschlugen dann mit solchen Verträgen eine hohe Fluktuation der Lehrkräfte, keine Kammermusik und keine Ensembles gibt, ist vorprogrammiert. Die Bitte geht an den Wolfschlüger Gemeinderat bei ihrer Sitzung am 13. Mai, die Schließung der Musikschule zu überdenken, beziehungsweise ein Modell für die Musikschule auszumachen, in der alle Beteiligten sich wieder finden können, denn sonst gibt es nur Verlierer, vor allem die Kinder und Jugendlichen aus Wolfschlugen.

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Kein Verständnis für Schließungen

Reinmar Wipper, Nürtingen. Zehn Quadratmeter also. Drei auf drei, um den einzelnen Supermarktkunden herum. Macht drei Meter Abstand zum nächsten. Vielleicht machbar, aber kaum zu kontrollieren. Und im Falle von Unterschreitung oder Weigerung kaum zu ahnden, weil es nicht strafbewehrt…

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