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Die Kosten für einen Corona-Schnelltest

11.02.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Joachim Panzer, Erkenbrechtsweiler. Zum „Spahn: Bund zahlt künftig weniger für FFP2-Masken“ vom 1. Februar. Inzwischen entwickelt sich die Coronakrise zu einem lukrativen Geschäftsmodell für Apotheker, Arztpraxen und Labore. So kostet aktuell ein Corona-Schnelltest in einer Apotheke in Mengen 40 Euro, in einer Arztpraxis in Sigmaringen 20 Euro und in einer Arztpraxis in Erkenbrechtsweiler 30 Euro. Mit einem unterschiedlichen Arbeitsaufwand dürften diese Preisunterschiede nicht erklärbar sein. Hinzu kommt, dass häufiger falsch positiv getestet wird. Damit wird ein PCR-Test notwendig, der weitere Kosten verursacht. Nun sind bei der großen Zahl der durchzuführenden Schnelltests Fehltests kaum vermeidbar.

Merkwürdigerweise scheinen die Testbedingungen nicht eindeutig vorgegeben zu sein. Ein Abstrich beim Schnelltest wird mal im Rachenbereich, mal im Nasenbereich vorgenommen, was die Fehlerhäufigkeit erhöhen dürfte. Da manche Altenheime in Baden-Württemberg an Wochenenden keine ansonsten kostenlosen Corona-Schnelltests vornehmen, sind berufstätige Angehörige, die nur an Wochenenden ihre Besuche machen können, darauf angewiesen, Corona-Schnelltests in Apotheken durchzuführen. Diese müssen dann aus eigener Tasche bezahlt werden. Im ungünstigsten Fall kostet damit ein Altenheimbesuch, bei dem ein Corona-Schnelltest zwingend vorgeschrieben ist, für zwei Personen 80 Euro Eintritt.

Auch unsere Bundesregierung, die Berechtigungsscheine für den Erwerb von FFP2-Masken für bedürftige Bevölkerungsgruppen zur Verfügung stellt, konterkariert ihre eigene Großzügigkeit. Legt man die jüngst in der Nürtinger Zeitung veröffentlichten Abrechnungsbedingungen der Apotheken für die FFP2-Masken gegenüber dem Bund zugrunde, so entsprechen die zwei bis dato verteilten Berechtigungsscheine für je 6 Stück FFP2-Masken in Summe einem Gegenwert inklusive Eigenbeteiligung von knapp 60 Euro pro Person. Wenn man einmal vermutet, dass die Herstellungskosten der vorrangig in China produzierten FFP2-Masken bei circa 20 bis 30 Cent liegen, dann sind das schon traumhafte Handelsspannen.

Selbstverständlich geht solcher Art Geschäft zulasten der Solidargemeinschaft. Wohlgemerkt, es sei hier nichts gesagt oder geschrieben gegen vernünftige Verdienstmöglichkeiten von Apotheken, Arztpraxen und Laboren, aber es gibt in dieser Coronakrise Menschen, die unserer Solidarität wesentlich mehr bedürfen als die genannten wohlhabenden Berufsgruppen.

Leserbriefe

Impfpflicht leider ausgeschlossen

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Artikel „Noch zu früh“ vom 26. Februar. Es ist ein sehr gewagtes „leider“ im letzten Satz des Kommentars „Noch zu früh“ von Markus Grabitz – Zitat: „Die Bundesregierung hatte ja eine Impfpflicht – leider – ausgeschlossen“: Als Journalist sollte ihm bekannt…

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