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Die Koalition und die Atomkonzerne

11.09.2010 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Friedrich Sabelfeld, Nürtingen. Zum Artikel „Laufzeitverlängerung kommt“ vom 6. September. Nun hat sich die Bundeskanzlerin Angela Merkel mit ihrer schwarz-gelben Regierung gegen jede Vernunft entschlossen, die Laufzeit der höchst gefährlichen Atomkraftwerke (AKW) (man erinnere sich nur an Tschernobyl) zu verlängern.

Im rot-grünen Ausstiegsbeschluss aber ist klar vorgegeben, dass AKW nur so lange am Netz bleiben dürfen, bis sie von den erneuerbaren Energien (EE) etwa im Jahre 2025 abgelöst werden.

Die längere Laufzeit jedoch würde den Ausbau der EE bremsen, da die Energiekonzerne, bemüht um ihre Gewinne, länger am Netz bleiben möchten. Sie könnten sich ermutigt fühlen, wie bisher eher zögerlich in den Ausbau der Stromnetze und Energiespeicher zu investieren. Außerdem würde sie bedeuten, dass der Berg des hoch radioaktiven Mülls, für dessen Entsorgung es bis jetzt weltweit noch kein Endlager gibt, mächtig anwachsen wird. Auch das Potenzial, das in den hoch effektiven EE steckt, würde viel später ausgeschöpft.

Über dieses mächtige Potenzial hat sich der Vorsitzende des Weltrats für EE Hermann Scheer wie folgt geäußert: „Die Kosten für ihre Nutzung sinken laufend, denn es sind Technik-, aber keine Verbrauchskosten (Sonne-, Wind- und Wasserenergie sind umsonst). Die fossilen Energieträger aber werden teurer (ihr Vorrat wird immer knapper). Je eher sich die Kurven kreuzen, desto schneller wird daraus ein sich selbst tragender Prozess.“

Zu erwähnen hierzu ist der Vortrag der Umweltministerin von Baden-Württemberg Tanja Gönner beim Tag der Finanzen der Nürtinger Hochschule im November 2009. Dort attestierte sie der Umwelttechnik beste Zukunftschancen. Die Umwelttechnik habe das Zeug, ein tragendes Standbein der Wirtschaft zu werden. Sie ist überzeugt, dass der den Markt der Zukunft beherrschen wird, der als Erster die hoch effiziente Speichertechnik entwickelt. Tanja Gönners Vision sieht so aus: „Ich will, dass Baden-Württemberg künftig für die Umwelttechnik genauso bekannt wird wie für seine Automobilindustrie.“

Aus den oben erwähnten Angaben folgt: die schwarz-gelbe Koalition vertritt die Interessen der Atomlobby zulasten der Umwelt, der Volkswirtschaft und der Menschen in unserem Land.

Leserbriefe

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