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Die Jugend und die Vorbilder

08.07.2011 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Erika Czuday, Nürtingen. Zum Leserbrief „Die Jugend und der Alkohol“ vom 5. Juli. Die generelle Aussage des Leserbriefes von unserem Stadtrat Reinmar Wipper erschließt sich mir leider nicht. Bedeuten seine Ausführungen, dass Jugendliche alles machen können, ohne dass sie für ihr Verhalten gerügt oder gar zur Rechenschaft gezogen werden können oder dürfen?

Ich bin noch dahingehend erzogen worden, dass ich vor dem Besitz anderer zumindest so viel Respekt habe, dass ich ihn nicht mutwillig zerstöre. Es geht nicht darum, dass junge Menschen nicht ihre Grenzen austesten dürfen und sollen. Das gehört für mich zu einer gesunden Entwicklung. Es kann aber nicht sein, dass sie alle Grenzen überschreiten dürfen, ohne dass eine Reaktion der Erwachsenen kommt.

Wir hatten schon mal eine Zeit der antiautoritären Erziehung. Es hat sich relativ schnell erwiesen, dass sie nicht das Mittel der Wahl war, um jungen Menschen einen guten Start ins Leben zu ermöglichen – einem Leben mit gegenseitigem Respekt und Achtung voreinander. Die beste Erziehung, aber leider auch die schwierigste und anstrengendste, ist die durch Vorbild. Leider sind auch nur noch wenige Erwachsene, auch die ältere Generation mit einbezogen, bereit, ein solches Vorbild vorzuleben.

Wenn nicht die Eltern in erster Linie für die Erziehung der jungen Menschen verantwortlich sind – wer dann? Wenn aber das „Sorgerecht“ nur dahingehend wahrgenommen wird, möglichst viel vom Staat, der Gesellschaft zu bekommen, also nur „Nehmerqualitäten“ zu vermitteln, wie kann man dann erwarten, dass Menschen sich auch mit verantwortlich für die Gemeinschaft im Kleinen und unsere Gesellschaft im Großen und Ganzen fühlen?

Klar kann ich meine Rente versaufen – bin ich dann aber ein Vorbild für die nachwachsende Generation? Ich habe es im Kleinen immer wieder erlebt, dass ich junge Menschen, Kinder, gegrüßt habe und sie haben mich recht entgeistert angesehen. Nach einer gewissen Zeit haben sie aber auch wieder zurückgegrüßt, sie waren höflich, haben die Tür aufgehalten und so weiter. Hier sehe ich die alte Regel in positiver Form bestätigt: „Steter Tropfen höhlt den Stein“. Die Jugend ist vielleicht nicht viel schlimmer als wir damals, aber sie hat heute kaum noch Vorbilder. Ich hatte damals welche!

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