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Die Impfstudien von Astrazeneca

06.03.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dr. Jan Fitzner, Wendlingen. Es ist heute Standard einer sauberen Studie, „doppelt-blind“ zu testen, das heißt der Proband/Patient weiß nicht, ob er das echte Mittel bekommt, und der Arzt oder wer auch immer spritzt weiß auch nicht, ob das Mittel echt ist oder Placebo. Nur die Studienleiter wissen das.

Das ist wichtig, weil wir aus den ersten Impfstudien (mRNA) wissen, dass knapp 50 Prozent der Gespritzten, die in Wirklichkeit ein Placebo erhielten, über Nebenwirkungen klagten (man könnte das Einbildung nennen, es ist aber eben der Placeboeffekt).

Und man weiß seit Jahrzehnten, dass es riesige statistische Unterschiede macht, ob der spritzende Arzt die Wahrheit kennt, weil er dann – auch wenn er sich noch so viel Mühe gibt, neutral zu wirken – doch nonverbal signalisiert, um was es geht, ob er eine ernste Spritze in der Hand hat oder ein Scheinpräparat. Dies wurde reichlich erforscht.

Und Astrazeneca testete einfachverblindet. Nur die Patienten/Probanden wussten nicht, was sie bekommen. Der Spritzende wusste Bescheid. Das ist eine Studiensünde, das darf es in keiner sauberen Studie heute mehr geben.

Dann wurden Gruppen nicht „randomisiert“, also per Zufall verteilt, sozusagen mit einem Zufallsgenerator oder per Los. Nicht zu randomisieren ist eine zweite große Studiensünde, die heutigen Studien-Qualitätsstandards absolut widerspricht.

Zum Dritten setzte man die Grenze zu einem sogenannten „schweren Verlauf“ einfach gegenüber der Konkurrenz höher an. Damit gab es dann weniger schwere Verläufe – wegen der Definition, nicht wegen der Wahrheit.

Ich bin durchaus ein Impfbefürworter, weil jede Hilfe wichtig ist. Wenn ich aber über die Astrazeneca-Studien lese, dann habe ich schon den Eindruck, dass hier jahrzehntelang etablierte Qualitätskriterien von den Prüfbehörden zur Seite geschoben wurden, weil man den Willen hatte, das Präparat zuzulassen.

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