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Die geplante Rentenreform

12.11.2016 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Manfred Laukenmann, NT-Reudern. Zum Artikel „Nicht mit Nahles“ vom 9. November. Es kann nicht sein, dass das angeblich so reiche Land wie Deutschland bei den Rentenzahlungen in Europa, bei den Frauen den letzten, und bei den Männern den vorletzten Platz einnimmt. Das ist für die Politik unserer etablierten Parteien ein beschämendes Ergebnis. Die beiden großen Parteien haben das „Christliche“ und das „Soziale“ in ihrem Parteinamen nicht verdient. Die Dreistigkeit, mit der die Regierung die Sozialkassen missbraucht, ist nicht zu überbieten.

Die durchschnittliche Bruttorente betrug im Jahr 2014 für Männer-West 1050 Euro, bei Frauen 566 Euro im Monat. Zum Vergleich: Die Armutsgrenze gilt ab unter 860 Euro. Die Grundsicherung liegt bei 641 Euro. Zum Vergleich: Ein ähnlich gelagerter Rentner in Österreich erhält durch 14 Auszahlungen 1830 Euro pro Monat. Selbst bei der Netto-Rente, (inklusive privater Vorsorge/Betriebsrente ist Deutschland am hinteren Ende der Statistik. Kein Volk in Europa lässt sich (gemäß der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit) bei der Rente derart beschneiden. Wir sollten die Rentenzahlbeträge unseren Nachbarländern angleichen in dem wir das Rentenniveau wieder anheben. Unsere, von Lobbyisten gesteuerte Regierung aber meint, es gäbe nur drei alternative Stellschrauben, um die Rente zu retten: Längere Arbeitszeit, höhere Beiträge oder Rentensenkungen. Die vierte Stellschraube: Der vollständige Ausgleich der Fremdleistungen wird von Politik, Staatsfernsehen und Presse aus taktischen Gründen verschwiegen.

Der jährlich gezahlte sogenannte Bundeszuschuss (Unwort) hat nie gereicht, um die Fremdleistungen auszugleichen. Fremdleistungen sind Leistungen aus der Rentenkasse, denen keine Einzahlungen entgegenstehen und betragen laut einer mir vorliegenden Liste, von 1957 bis 2015 748 Milliarden. Diese gewaltige Summe an Beitragsgeldern, die mehrfach enteignete Rücklagen und das Vermögen der RV wurden stets wie eingenommene Steuern für den Bundeshaushalt verwendet. Man kann davon ausgehen, dass damit auch die üppige finanzielle Altersversorgung der herrschenden Klasse in diesem Land finanziert wurde. Die RV wäre durchaus in der Lage, die FL genau zu erfassen und einzufordern. Mit einer echten Selbstverwaltung, also ohne Politiker, wäre die ganze Rentenproblematik vom Tisch. Das geplante Renten-Reförmchen von Frau Nahles hilft nicht, die stark ansteigende Altersarmut aufzuhalten. Um den sozialen Frieden zu erhalten, ist bei einer möglichen Reform, bei der sich alle Bürger beteiligen müssen, eine besonders starke Erhöhung der niederen Rentenzahlungen dringend nötig.

Leserbriefe

Russland und der Westen

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