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Die Ehrenamtlichen nicht vergessen

03.09.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Joachim Panzer, Erkenbrechtsweiler. Zum Artikel „Haben wir es geschafft? “ vom 28. August. Wir haben etwas geschafft, was in der öffentlichen Wahrnehmung kaum eine Rolle spielt: Zehntausende von ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern haben mit Ausdauer und Beharrlichkeit durch ihre Hilfsbereitschaft und ihren Einsatz unsere Gesellschaft vor schwerwiegenden sozialen Konflikten und vor einer umfassenden politischen Radikalisierung von Flüchtlingen und Teilen der deutschen Gesellschaft bewahrt. Dabei sollen die im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise des Jahres 2015 entstandenen Negativereignisse keinesfalls bagatellisiert werden.

Der innere gesellschaftliche Friede war jedoch nie gefährdet. Dennoch leiden heute viele ehrenamtliche Flüchtlingshelfer unter einer mangelnden Anerkennung ihrer Arbeit (in dem genannten Artikel werden sie nicht einmal erwähnt), auch unter der Erfahrung von Ohnmacht und Demokratiedefiziten. Da wären beispielsweise zu nennen die Komplexität des deutschen Asylrechts und die zum Teil mangelnde Transparenz von Entscheidungen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge. Wie in allen anderen Bereichen unserer Rechtsprechung auch müssen Gesetze für den Bürger verständlich und Entscheidungen unserer Institutionen nachvollziehbar sein. Dies gilt in einem besonderen Maße für die in der Flüchtlingshilfe tätigen Ehrenamtlichen, die sich um die Integration von Geflüchteten in die deutsche Gesellschaft bemühen.

Warum droht integrierten Flüchtlingen mit Wohnung und Arbeit eine Abschiebung und kriminelle Flüchtlinge dürfen nicht abgeschoben werden? Warum erhalten geduldete Flüchtlinge keine Arbeitserlaubnis? Diese möglicherweise juristisch einwandfrei geklärten, aber menschlich schwer nachvollziehbaren Entscheidungen untergraben das Vertrauen in den Rechtsstaat.

Viele Ehrenamtliche haben sich in der Zusammenarbeit mit unseren Institutionen, zum Beispiel dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, den Ausländerämtern, den Jobcentern und Wohlfahrtsverbänden ein umfassendes Wissen in Flüchtlingsfragen erarbeitet. Dieses Wissen zu nutzen – durchaus eine Aufgabe von öffentlichem Interesse – könnte helfen, die Integration von Flüchtlingen in unsere Gesellschaft wesentlich zu verbessern, durch verbesserte Prozessabläufe in den Behörden und eine Vereinfachung des Asylrechts.

Leserbriefe

Es sind zu viele offene Baustellen

Hans Thaler, Aichtal-Grötzingen. Zum Artikel „Welche Themen interessieren im Aichtal?“ vom 12. September. Der Blick auf die letzten acht Jahre sowie in die Zukunft gibt Antworten. Kommunikation mit Bürgern – vor Ort bei Projekten, die Anwohner betreffen, oder in der Bürgerfragestunde, in der…

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