Leserbriefe

Die dunkle Seite des Maientags

23.05.2019, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Bernd Gebhardt, Nürtingen, Hausmeister der Neckarrealschule. Der 417. Maientag ist vorbei, und überall hört und liest man nur, wie schön und toll es wieder war. Anscheinend stehe ich mit der Meinung, dass es eben auch eine „Dark Side of the Maientag“ gibt, ziemlich alleine da. Wichtig vorab: Alle jungen Menschen, die ich als Bewohner der Mühlstraße und als einer der Hausmeister der Neckarrealschulen über das Wochenende getroffen und gesprochen habe, waren friedlich, freundlich und eben in Feierlaune.

Das Gelände der Neckarrealschulen liegt strategisch günstig zwischen Stadt und Festgelände. Normalerweise wird es von nächtlichen Partygästen durchaus frequentiert, aber nach freundlicher Ansprache auch wieder verlassen. An den Maientagen jedoch sind jedwede Vorschriften außer Kraft, es ist ein großes kollektives Kinder- und Jugendbesäufnis. Trotzdem, nochmal: Alles friedlich und fröhlich.

Vielleicht bis auf den einen, der abends um halb sieben sternhagelvoll an eine Eingangstür der Schule geschifft hat. Aber sei’s drum, das nächste Gebüsch wäre ja fast vier Meter weg gewesen. Noch ein paar Dinge seien erwähnt: An manchen Stellen sind durchaus Versuche zu erkennen, irgendwas aufzuräumen.

Leider ersaufen diese Versuche zumeist kläglich in einem Meer von Wodka, Gin und Whisky, jeweils mit Verdünner. Aktive Müllvermeidung: Das bedeutet nicht, vorhandene Mülleimer zu ignorieren und seinen Mist einfach überall stehen und liegen zu lassen!

Zu den Scherben auf dem Schulhof: Liebe Schäflein, wenn ihr beim nächsten Maientag zu den etwa 30 zerdepperten Flaschen die 78 ganz gebliebenen (Zahlen allein vom Samstag!) auch noch kaputt haut, schafft ihr es bestimmt, einen durchgehenden Scherbenpfad vom Schulhof bis zur Neckarau zu bauen, ohne langweilige saubere Bereiche dazwischen. Ein meditativer Scherbenpfad, seitlich eingefasst mit euren unzähligen Kippen, das wäre doch ein Ziel, oder? Aber ihr könnt beruhigt sein: Der Dank der Eltern von kleinen Kindern und von Hundebesitzer ist euch auch so schon sicher.

Leserbriefe

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