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Leserbriefe

Die Bahn und die Kosten

10.03.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Juliane Althoff, Nürtingen. Zum Artikel „Bahn rechnet mit steigenden Baukosten“ vom 25. Februar. Nach der Volksabstimmung wurde das Volk von Herrn Kretschmann als der „eigentliche Souverän“ bezeichnet. Das Volk wird nicht informiert, wie es einem Souverän zustehen würde. Es wird nur das Baurecht der Bahn betont und tiefe irreparable Einschnitte in Stadt und Landschaft zugelassen. Offen bleiben unter anderem folgende Fragen: Wurden die circa vier Milliarden Euro, die die Bahn bereits kassiert hat, inzwischen buchhalterisch sauber abgerechnet? Auf welcher Bank liegt das noch nicht verbaute Geld und wie viel Zins hat es der Bahn gebracht?

Wenn nach 18 Jahren Planung immer noch kein Bahnhof geliefert wurde, der den Bau- und Sicherheitsbestimmungen des deutschen Baurechts entspricht, für wie viele Jahre weiterer Planung muss der Steuerzahler noch bluten, bevor die Regierung einsieht, dass dieser Bahnhof entweder gar nicht realisierbar ist, oder diese Planer dieses Werk nicht vollbringen können? Wenn nach 18 Monaten europaweiter Ausschreibung keine Baufirma dieses Projekt bauen will, sollte man da nicht hellhörig werden, dass vielleicht nie eine Baufirma gefunden wird, die sich auf den Wahnsinn dieses Projektes einlassen wird?

In wohldosierter Salamitaktik gibt die Bahn unter anderem zu, dass sie nicht weiß, wo der Filderbahnhof liegen soll, dass sie viel mehr Wasser abpumpen muss als bisher zugegeben, dass die Kosten steigen (wie weit?) und dass es eine Lüge ist, dass die meisten Aufträge schon lange verbindlich vergeben sind. Noch ist kein Stich für den Tunnelbau gemacht, keine Arbeitsstunde bezahlt, kein Meter Gleis gelegt, keine Signalanlage gekauft, aber es ist schon fast die doppelte Summe Geldes geflossen, die dem Parlament vor der Abstimmung genannt wurde. Ja, die Bahn hat das Recht, diesen Bahnhof zu bauen, aber sie hat auch die Pflicht zu belegen, dass sie ihn überhaupt bauen kann! Und diesen Beweis ist sie uns nach 18 Jahren immer noch schuldig! Und trotzdem wird ohne Forderungen nach verbindlicher Abrechnung, Zeit- und Kostenplanung das Geld des Steuerzahlers der Bahn in den Rachen geworfen. Darf eine Regierung mit Steuergeldern so spekulativ umgehen?

Leserbriefe

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