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Der Verkehrsvertrag des Stefan Mappus

22.12.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Maike Pfuderer, Stuttgart. Zum Leserbrief „Der Verkehrsminister und die Bahnrealität“ vom 7. Dezember. Der eigentliche Realitätsbezug des Leserbriefschreibers zeigt sich in mehreren Aussagen, wenn er den amtierenden Verkehrsminister Winfried Hermann als Stalinisten schmäht oder wenn er im letzten Absatz den Begriff „Gender“ vollkommen sinnfrei und mutmaßlich zur Schmähung braucht. Beides zeichnet Menschen aus, die sich zum rechten Rand bekennen, was von dort kommt ist anerkannter Mist und sicher keine Alternative für unsere Heimat!

Wenn wir aber den Bahnalltag ohne nationale Ideologie betrachten, dann muss natürlich auch einfließen, wo wir vor der Amtszeit des erfolgreichen Verkehrsministers, vor rund zehn Jahren, standen. Es galt der restlos überteuerte „Große Verkehrsvertrag“, den der damalige Staatssekretär im Ministerium für Umwelt und Verkehr, Stefan Mappus, mit der Bahn als Monopolisten schloss. Hier vereinbarte Mappus pro Jahr 1,5 Prozent Kostensteigerung, wobei Energie-, Stations- und Trassenkosten direkt abgerechnet werden konnten.

Wer sich wirklich mit dem Nahverkehr beschäftigt, fährt sicher auch ab und zu S-Bahn. Die S-Bahn Stuttgart wurde vom Verband Region Stuttgart an die DB vergeben, die Fehlleistungen sind bekannt, ebenfalls die Warnung, dass der Mensch auf die unterschiedlichen Bahnsteighöhen achten müsse. Die Bahnsteige und Bahnhöfe verantwortet die DB-Tochter Station und Service als Monopolistin, die DB fällt in den Wirkungsbereich eines gewissen Ministers Scheuer, der allgemein eher durch schlechte Leistung, aber rechts-konservative Sprüche bekannt ist.

Letztlich bleibt von der Realität des Herrn Weber nicht viel übrig, mit dem er dem CDU-Kandidaten zur Seite springen will. Die „vorausschauende Weise“, mit der der kurz darauf abgewählte Kunzmann damals das neue Zugmaterial beschrieb, ist nicht eingetreten, das merkt jeder, der in den nun fast schon regelmäßig eingesetzten neuen Zügen fährt.

Sicher hingegen ist jetzt, dass wer Bündnis 90/Die Grünen und damit im Wahlkreis Nürtingen Winfried Kretschmann wählt, die rechts-konservative „Rolle rückwärts“ verhindert. Diese Rolle würde bei den christdemokratischen Vorturnern wohl eher ein verunglückter Purzelbaum.

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