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Der Stresstest und die Zahl der Züge

27.07.2011 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Artikel „Stuttgart 21 besteht Stresstest – Geißler kritisiert Gegner“ vom 22. Juli. Dem „Test“ fehlt der „Stress“. Im April 1994 wurden Parlament und Volk genial überrumpelt, als „Stuttgart 21“ der Presse vorgestellt wurde. Jetzt, im Juli 2011, soll schon wieder „überrumpelt“ werden mit einem „Test“, dem der „Stress“ fehlt und der deshalb auch wertlos ist. Trotzdem wird dieser „Stresstest“ den Medien triumphierend als gewonnen vorgestellt und als Rechtfertigung für die Zerstörung des guten Kopfbahnhofs genommen.

Was ist eigentlich passiert? Die Bahn hat das Computerspiel „Stresstest“ ganz allein erfunden und damit „Stuttgart 21“ gespielt. Wie gewünscht hat das Spiel Zauberkraft entwickelt und gezeigt, dass 49 Züge in einer Stunde im Doppelpack durch den Tiefbahnhof hasten können. Allerdings erst nach zehn Jahren, denn so lange dauert es, bis fünf oder zehn Milliarden Euro Steuergeld vergraben sind. Die Haltezeiten in dem Spiel sind zwar extrem kurz, lassen sich aber noch beliebig reduzieren, wenn Verspätungen aufgeholt werden müssen. Dieses Märchen hat die früher einmal beliebte CDU-Politikerin Tanja Gönner auch als besonderen Vorteil erkannt. Fahrgäste wurden dazu nicht gefragt, weil es in der Spitzenstunde wohl zu viele sind. Um die Freude an dem Spiel nicht zu trüben, wurden von der Bahn Notfälle bei der S-Bahn und der „Stress“ bei deren Behebung in dem Nadelöhr nicht programmiert. Aus Zeitgründen, wie es hieß, auch nicht die Probleme bei Feuer oder mit Behinderten. Nicht berücksichtigt wurde, dass schon heute in dem bewährten Kopfbahnhof 54 (!) Züge fahren können und Notfälle gut bewältigt werden. Haltezeiten, Barrierefreiheit und so weiter sind selbstverständlich fahrgastfreundlich – aber das will man ja sowieso zerstören!

Die 37 Züge für das „Stresstest-Spiel“ ergeben sich übrigens aus dem jetzigen Fahrplan, weil nicht mehr gebraucht werden. Das ist also keine Leistungsgrenze, wie immer wieder behauptet wird! Bald trifft man sich zum gemeinsamen Spiel bei dem schlichten Heiner Geißler. Das „Aktionsbündnis gegen S 21“ wird an diesem Schau-Spiel nicht teilnehmen. Das ist gut so, weil bei deren Pressekonferenz bereits erhebliche Mängel an den Spielregeln und den Inhalten bekannt wurden.

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