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Der Stadtbalkon und die Nebenwirkungen

10.07.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Kuno Giesel, Nürtingen. Zum Leserbrief „Stadtbalkon: Großer Gewinn“ vom 7. Juli. Als unser Haus in der Eberhardstraße auf einem ehemaligen Gewerbegebiet gebaut wurde, sollten die Gewerbe dort nach und nach eingestellt werden, es etwas ruhiger werden, für Neubauten nur noch Wohnhäuser zugelassen werden. Dass dies Jahrzehnte dauern kann, war bewusst. Nicht, dass es sich anders entwickeln wird. Das Restaurant gegenüber hat eine Außengastro für den Sommer bekommen, daneben wurde eine neue Pension genehmigt, ein direkt angrenzendes Grundstück wurde illegal zu einem größeren Parkplatz umgebaut. Da die Kirche schon länger auf einen Neubau auf anderem Grundstück spekuliert, wird der Parkplatz „nur“ geduldet. Das sind jetzt auch schon wieder ein paar Jahre.

Seit der Baustelle in der Alleenstraße hat der Schleichverkehr durch Kleintischardt deutlich zugenommen; Dank Corona war es zeitweise zwar etwas ruhiger, parkende Autos von Mitarbeitern des Rathauses und anderen Geschäften der Innenstadt sind lange weggeblieben. Seit einiger Zeit kommen sie wieder. Durch die Baustellen in der Steinengraben-/Alleenstraße konnten wir zeitweise über 200 Autos in der Stunde zählen, welche über die Kreuzung Steinhofer-/Eberhardstraße gefahren sind. Nicht alle mit nur 30 Kilometer pro Stunde.

Wegen der Sperrung durch die Baustelle und die damit verbundene Umleitung wurde auch der neue Fußgängerweg am Bahnhof gesperrt – und ist es noch immer. Worin der Unterschied zwischen Baustelle (Sperrung) und Stadtbalkon (Sperrung soll wieder aufgehoben werden) besteht, ist mir schleierhaft. Wie auch andere Entscheidungen der Verwaltung.

Seit der Sperrung der Alleenstraße (zunächst wegen der Baustelle), werden wir auch etwas früher durch den Verkehr geweckt, bereits um 6 Uhr schleichen die ersten Autos vorbei. Ergänzt von den Pensionsgästen, darunter oft Handwerker, welche früh morgens sich nicht gerade rücksichtsvoll verhalten, mehrfach mit den Autotüren klappern und immer wieder mal den Motor im Stehen lange laufen lassen. Eine Erstattung der Wertminderung durch die Stadt ist wohl nicht zu erwarten.

Auch ich finde die Idee mit dem Stadtbalkon grundsätzlich toll. Wenn man etwas weiterdenkt, findet man auch andere Möglichkeiten, ohne Vollsperrung.

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