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Leserbriefe

Der Staat hat wieder einmal versagt

08.08.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dr. Johannes Heimann, Nürtingen. Zum Artikel „Rücksichtslos“ vom 3. August. Am 1. August versammelten sich in Berlin 20 000 Menschen zu einer Demonstration gegen die Coronaregeln. Sie demonstrierten ihre eigene Dummheit, ihre Rücksichtslosigkeit, ihre spezielle Form der Realitätsverweigerung, ihre Aggressivität. Sicherheitsabstände wurden nicht eingehalten. Masken wurden nicht getragen. Nach und nach begann die Polizei, die Demonstration aufzulösen. Es dauerte Stunden. Ideal für den SARS-CoV-2-Virus, sich auszubreiten.

Auch in Zeiten einer Pandemie darf jeder seine Meinung demonstrieren. Auch gegen Maskenpflicht und Abstandsgebot. Die Frage ist nur, wie: wer gegen die Maskenpflicht demonstriert, muss das mit Maske tun. Es steht mir frei, die Corona-Verhaltensregeln als falsch zu empfinden, jedoch nicht, mich meiner Meinung entsprechend zu verhalten. Das erfordert das übergeordnete Prinzip des Infektionsschutzes: der Staat hat meine Verhaltensregeln festgelegt. Ich habe mich daran zu halten. Und dieser Staat hat sich wieder – wie bei den Mallorca- und Balkan-Ferien-Rückkehrern – als schwach erwiesen. Die Polizei hätte schon im Entstehen, als klar wurde, dass die Regeln nicht eingehalten werden, bremsen müssen – Hinzukommende nicht mehr hin zu lassen. So sah sie aber erst einmal zu, wie munter Infektionsketten entstanden, statt diese zu verhindern.

90 Prozent tun alles, um der Pandemie keinen Vorschub zu leisten, und sind heute zu Recht frustriert. Wir haben ein Recht darauf, effektiver geschützt zu werden. Mein Vorschlag: die Bußgelder in einem solchen Maß zu erhöhen und so breit auf alle Demonstrationsteilnehmer anzuwenden, dass es sich niemand mehr leisten kann, so eine Rücksichtslosigkeit zweimal zu begehen. Wer noch auf das Verantwortungsbewusstsein der Menschen setzt – die Demonstranten in Berlin haben dies zunichte gemacht. Dass ich so etwas jemals sagen würde: ein starker Staat muss her!

Leserbriefe

Luftfilter-Offensive muss jetzt kommen

Ralph Kittl, Kirchheim. Zum Artikel „Luftreinigung in Klassen ist umstritten“ vom 30. November. Nur nicht zu viel machen? Es geht um das Wichtigste. Unsere Zukunft. Das was von uns bleibt, wenn wir selbst mal nicht mehr sind. Unser Wertvollstes. Die Kinder. Es mutet mich jedes Mal merkwürdig an,…

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