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Leserbriefe

Der Schwarze Peter wird weitergegeben

24.04.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ingrid Baumgärtner, Wendlingen. Zum Artikel „Impfe sich wer kann“ vom 19. April. Ich habe in meinem ganzen Leben noch keinen Leserbrief geschrieben. Aber heute muss ich schwäbisch gesprochen „mein Kropf leera“ über diesen Leitartikel von Frau Welzhofer. Jetzt soll also den über 60-Jährigen der Schwarze Peter zugeschoben werden, wenn sie Bedenken zu Astrazeneca haben. Ich finde es schäbig, dass wir (ich bin 63 – bis heute noch nicht geimpft) jetzt an den Pranger kommen sollen. Ich bin fürs Impfen und habe einen Impfpass, in dem alle wichtigen Impfungen dokumentiert wurden. Und auch gegen Covid-19 werde ich mich ganz klar impfen lassen. Eventuell auch mit Astrazeneca (nach Rücksprache mit meinem Hausarzt).

Aber was mich ärgert: Wer ist an der desaströsen Impfsituation schuldig? Frau Merkel und ihr Adjutant Herr Spahn machten es erst möglich, dass ausgerechnet in dem Land, wo der erste und beste Impfstoff entwickelt wurde, zu wenig für die eigene Bevölkerung vorhanden ist. Eine Entschuldigung von Frau Merkel? – Fehlanzeige. Entschuldigung von Frau von der Leyen? – Fehlanzeige. Und das Größte ist, dass Frau von der Leyen in Brüssel jetzt Biontech geimpft bekam. Begründung: Hier hält sie sich auf und Belgien verimpft nur Biontech. Toll, was? Wäre es nicht ein vertrauensbildendes Zeichen gewesen, in ihrem Heimatland Astrazeneca zu nehmen? Oder hat die keinen Heimatwohnsitz mehr? Zu Astrazeneca. Die EMA und die WHO empfehlen Astrazeneca uneingeschränkt (für alle), die FDA hat diesen Impfstoff noch gar nicht freigegeben, in Dänemark wird der Impfstoff ebenfalls nicht verwendet. Ich habe leider den Eindruck, dass die Fehlbeschaffung jetzt verbraucht werden muss. Und unsere Generation sind die Versuchsobjekte. Da hat Frau Welzhofer Glück, dass sie jünger ist, nicht wahr?

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