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Der Ministerpräsident und die Grünen

26.10.2013 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Artikel „So schön kann scheitern sein“ vom 17. Oktober. Vor der Landtagswahl gab es noch die „Grüne Partei“, in der Winfried Kretschmann als Oppositionsführer auf der Bühne der Montagsdemos in aller Klarheit den Wahnsinn Stuttgart 21 anprangerte. Auch Boris Palmer hat damals in der Schlichtung beeindruckt mit seinen glaubhaften grünen Argumenten für den Erhalt des viel besseren Kopfbahnhofs.

24 Prozent für die Grünen bei der Landtagswahl 2011 und ein Ministerpräsident Kretschmann waren der Lohn für ehrliche Argumente und die Chance für einen echten Politikwechsel in Baden-Württemberg. Nur elf Prozent für die Grünen in Baden-Württemberg bei der Bundestagswahl 2013 waren dann das ernüchternde negative Ergebnis für den ersten grünen „Landesvater“ nach nur zwei Jahren.

„Der Käs ist gegessen“ und weitere Sprüche hat er seinen maßlos enttäuschten Wählern aus dem Stuttgarter Protest gegen S 21 zugemutet, nachdem er auch schon die Täuschung der „Volksabstimmung“ bedenkenlos akzeptiert hatte und vor der SPD kuschte. Der damalige Erfolg und das grüne Versagen jetzt ist eng verbunden mit der Schnapsidee von Kretschmann, S 21 gar nicht mehr zu erwähnen. Aber Stuttgart mit seinem Bahnhof und den Parks wird bereits nachhaltig zerstört und die wachen Bürger erleben den Wahnsinn jeden Tag.

Der wandlungsfähige Winfried Kretschmann hat jetzt neue schwarze Freunde gefunden und Palmer, Walker und andere unterstützen ihn dabei. Damit endet viel Grün in diesem Herbst und in dem Leitartikel von Wolfgang Molitor werden die neuen Freunde um Kretschmann schon freudig in der schwarzen Umarmung begrüßt – eine zweifelhafte Ehre und eine schlechte Nachricht für all die Menschen und Politiker, die mit Grün für eine bessere Welt eingetreten sind.

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