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Der Machthunger und Schuldenberge

11.06.2014 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Walter Günther, Neckartailfingen. Zum Artikel „Sparer müssen sich auf weiter sinkende Zinsen einstellen“ vom 6. Juni. Der schon seit Jahren anhaltende Zinsbetrug an sparsamen – oft auch älteren – Menschen, die selbst für ihr Alter vorsorgen, geht nicht nur weiter, sondern verschlimmert sich zusehends. Die Börsianer dagegen bejubeln den Dax-Sprung über 10 000 Punkte, von dem sie sich noch höhere Gewinnerwartungen der Unternehmen versprechen.

Herr Draghi von der EZB kündigt 400 Milliarden an für die Banken zur Weitergabe an Unternehmen vor allem in Südländern wie Spanien oder Portugal. Aber auch in der BRD könnte man die Nachfrage steigern durch die Unterstützung der Verbraucher. Also sollte man das Problem an der Wurzel, das heißt beim Konsumenten anpacken und nicht beim Unternehmer auf der Baumkrone. Warum wird denn der Euro – mindestens bei Bankeinlagen – immer weniger wert beziehungsweise bringt jeden Tag für die Anleger mindestens drei Prozent Verlust gegenüber der Inflationsrate?

Der politische Machthunger in Europa führt dazu, dass die Schuldenberge – nicht nur in der BRD mit 2,5 Billionen Euro –, sondern in Europa insgesamt zunehmen. Deshalb sollten die 400 Milliarden der EZB direkt den Verbrauchern zugutekommen – auch in Form höherer Zinsen –, um eine wirkungsvolle Nachfrage zu erzeugen. Die eigentlichen Verdiener sind vermutlich die Banken oder Unternehmer und nicht die Bürger.

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