Leserbriefe

Der Autor trifft den Kern des Problems

27.04.2019, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Steffen Mayer, Nürtingen. Zum Artikel „Ein Innenminister im Einstellungsfieber“ vom 25. April. Es gelingt dem Autor Nils Mayer (übrigens nicht verwandt oder verschwägert), in wenigen Zeilen äußerst treffend die Personalsituation der Polizei darzustellen: herausragende Arbeit trotz bundesweit roter Laterne bei der Polizeidichte. Inzwischen leider vielfach zulasten der Gesundheit der Beschäftigten – Überstundenberge und Verdichtung der Arbeit, weniger Zeit für den Bürger. Grenzen sind vielfach überschritten in den Dienststellen.

Der Blick in die Vergangenheit offenbart den Beginn der Misere: Personalabbau unter Schwarz-Gelb – ein schlanker Staat und das trotz Ereignissen wie 9/11, die innerhalb der Polizei eine massive Stellenverlagerung in Richtung Staatsschutz auslöste, die bis heute andauert. Personelle Ausgleichsmaßnahmen kamen zu spät oder nicht immer im erforderlichen Umfang. Polizisten wechseln fast nie den Arbeitgeber und bleiben bis zum Ruhestand im Beruf. Das macht die Personalplanung zu einem einfachen Rechenspiel.

Da auf Schwarz-Gelb weitere Regierungen unterschiedlicher Zusammensetzungen folgten, kann sich weder Schwarz, Gelb, Rot noch Grün völlig mit einem politischen Fingerzeig auf die anderen vor der Verantwortung retten. Fakt ist: Die Polizei Baden-Württemberg ist heute auf Kante genäht. Eine Ausdünnung trotz neuer Gesetze, die es zu überwachen gilt, trotz neuer Einsatzmaßnahmen, die es umzusetzen gilt, trotz voranschreitender Technik (beispielsweise jährlich zunehmende Speichermengen).

Die jetzige Mammutaktion schafft tatsächlich ein ähnliches Problem in der Zukunft, wie die damaligen Einstellungen in der RAF-Zeit es heute verursachen. Für den jetzt schon vorhandenen Bedarf gibt es leider keine Alternative. In die Zukunft gedacht sind die Schlussfolgerungen im letzten Absatz aber treffend: Mehrjährige Einstellungskorridore, Verstetigung der Interimslösungen der Ausbildungsstandorte und eine vorausschauende Langzeitplanung, die weiter reicht als Legislaturperioden des Landtags, genau das ist der richtige Weg. Bravo und Dankeschön an Nils Mayer!

Leserbriefe

Wo ist der lebendige Leib Christi?

Roswitha Oberländer, Nürtingen. Zum Artikel „Katholiken feiern Fronleichnam – Prozession durch die Stadt“ vom 21. Juni. Fronleichnam, ein totes veraltetes Ritual, schon seit vielen Hundert Jahren wird Fronleichnam gefeiert – ohne Erfolg. Es gibt immer noch Krieg. Hunger und Elend auf der Welt.…

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