Leserbriefe

Den Kindern ihre Kindheit lassen

09.01.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Raul Guerreiro, Nürtingen. Zum Artikel „Land will Kinder schon im Kindergarten unterrichten“ vom 28. Dezember. Werden jetzt Kleinkinder nach dem Wunsch von Politik, Industrie und Co. manipuliert und gegen die etablierte Weltordnung umgestaltet?

Und wieso kann eine einzige akademische Persönlichkeit, die für die politische Maschine lediglich als Berater gilt, einen solchen Einfluss auf die gesamte Entwicklung und Gestaltung unserer Gesellschaft ausüben? An Kleinkindern, genauso wie an Gras, kann man nicht ziehen, um sie schneller wachsen zu lassen.

Die Entwicklung jedes Menschen, egal in welchem desaströsen Zustand die staatliche Erziehungsmaschinerie oder der Arbeitsmarkt sich befindet, kann nicht forciert und korrumpiert werden. Gesunde kognitive Fähigkeiten hängen von der gesunden Entwicklung des Gehirns und der sozio-emotionalen Intelligenz des Kleinkindes ab. Das geschieht in humanen Kindergärten, wo die physische, seelische und geistige Gestaltung jedes Kindes harmonisch und ohne Stress stattfindet.

Vor Jahrzehnten wurde unter strengsten Kontrollen ein Medikament entwickelt: Contergan. Es galt als absolut sicher und wurde seitens der Politik, Wissenschaft und akademischen Welt begeistert als ein spektakulärer futuristischer Schritt gefeiert. Es wurde zu Millionen verkauft und gezielt als rezeptfreies Beruhigungsmittel für Schwangere empfohlen.

Die Konsequenzen hat man nach Monaten festgestellt: Fehlbildungen und fehlende Gliedmaßen und Organe bei schuldlosen Neugeborenen. Es war der größte Skandal einer modernen Medizin, die sich gegen das Menschwerden wendet.

Bei der jetzt unter Technomaterialisten auf Highbusiness, akademischen und ministerialen Ebenen sich verbreitenden Euphorie, die Gehirne von Kleinkindern so früh wie möglich zu manipulieren und paraerwachsene Kompetenzen forciert „einzupflanzen“, sei es durch einen subtil einzutrichternden „Unterricht“ oder Frühdigitalisierung, stehen wir vor einem Vakuumhorror.

Erst nach Jahrzehnten, wenn solche frühmodellierten Kinder als Erwachsene, als Eltern und fachlich agierende Mitarbeiter in allen Branchen der Gesellschaft intervenieren, werden wir die Konsequenzen merken. Die Folgen werden sich aber nicht in sichtbar grotesken fehlenden Armen oder Beinen zeigen, sondern in unsichtbaren andersartigen seelischen Einstellungen zum Leben, Liebe, Moral, Ethik, Umwelt und so weiter. Denn sie können als Halb-Menschen und Halb-Roboter agieren, und niemand weiß, wie die Welt dann aussehen wird.

Leserbriefe

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Ingrid Dolde, Großbettlingen. Zum Artikel „Ein eigenes Haus für Hölderlin“ vom 14. Januar. Nun ist man beim Hölderlinhaus praktisch wieder da, wo man vor mehr als zehn Jahren schon einmal war. Von wegen Sanierung. Die jetzt beschlossenen Pläne bedeuten nichts anderes als einen Abriss in weiten…

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