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Demütigung

17.04.2007 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Emil Neuscheler, Neckartailfingen. Die fünfzehn britischen Seeleute sind glücklicherweise unbeschadet aus iranischer Gefangenschaft in England eingetroffen. Die Geiselnahme war zunächst ein harter Schlag für die krisengeschüttelte Regierung Blair. Trotz der Freude lässt sich die Verbitterung über die Demütigung des stolzen, auf See stets siegreichen Albions nicht verleugnen. Doch das alles wird noch übertroffen durch das widerliche, ins Lächerliche gezogene Szenario der Freilassung. Das ist eine bewusst gewollte Blamageaktion gegen die Ungläubigen im Westen. Noch sind wenige Einzelheiten bekannt, aber für den Kommodore des britischen Verbandes im Persischen Golf wird es ein hochpeinliches Verhör vor der Admiralität der Royal Navy geben.

Wie kann es passieren, dass ein bewaffnetes Enterkommando bei der Untersuchung eines Frachters nach Waffen von einem iranischen Patrouillenboot aufgebracht wird? Normalerweise werden Beiboote nur im Bedarfsfall ausgesetzt, deshalb hat das Mutterschiff, eine schwer bewaffnete Fregatte, in der Nähe sein müssen. Außerdem bestand, wenn nicht Sicht-, dann zumindest Funkkontakt. Das sind sicher Fragen, welche die englische Öffentlichkeit brennend interessieren. Sicher ist der Schatt el Arab ein schwieriges Gewässer und die Drei-Meilen-Zone (5,5 Kilometer) ist nicht mit der Messlatte gezogen und mit Grenzpfählen markiert. Nach den späteren Aussagen, nicht den erpressten, befand sich das Objekt außerhalb der iranischen Hoheitsgewässer. An diesem Vorfall zeigt sich einmal wieder, dass sich Ahmadinedschad in Teheran einen Dreck um internationales Recht kümmert. Deshalb sind auch die in Samt verpackten Resolutionen von UN und EU wirkungslos, denn beim Empfänger fehlt jeglicher diplomatische Anstand. Außerdem hat der Iran mächtige Verbündete, die nur halbherzig Stellung beziehen. Der Kreml macht glänzende Geschäfte, siehe Atomindustrie. Warum sollte man ein Huhn schlachten, das goldene Eier legt?

Und wenn der Westen zu aufmüpfig gegen diese Geschäfte wird, wird der Gasschieber einige Gewindegänge zurückgedreht. Dann hustet der ganze Westen und Deutschland bekommt den Krampfhusten, denn mit jedem Kilometer Pipeline werden wir abhängiger von den Gazprom-Oligarchen. Unsere Regierung setzt voll auf die Zuverlässigkeit russischer Lieferungen. Eventualfälle wie Ukraine dürfen nicht erwähnt werden. Auf gut Deutsch: Wir werden erpressbar sein. Die Ziele des Iran sind klar. Man wird am Atomprogramm festhalten und weiter an der Bombe basteln.

Leserbriefe

Die Konsequenzen bleiben nicht aus

Reinmar Wipper, NT-Roßdorf. Zu den Artikeln „Das andere Abitur“ und „Abitur in Ausnahmezeit der Pandemie“ vom 3. Mai. Seit Corona übertreffen sich Politiker und Medien sowie etwa 50 Millionen Virologen, Statistiker und Propheten darin, diese Krise gesund und zu einem guten Ende zu beten. Im…

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