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Leserbriefe

Das sind ganz einfach Gleichgesinnte

26.11.2016 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Lydia Hofstadt, Erkenbrechtsweiler. Zu den Leserbriefen „Es ist unklar, von wem mit ,wir‘ die Rede ist“ und „Alles ist endlich auf diesem Planeten“ vom 19. November. Kritik ist wichtig, denn dann weiß man, dass ein Beitrag gelesen und über den Inhalt nachgedacht wurde. Zu der Frage, wer ist wir und wer gehört dazu (im Zusammenhang mit den Belehrungen über unsere Vergangenheit von Herrn Reinhardt): Das sind ganz einfach Gleichgesinnte und das sind nicht wenige, wie ich aus vielen Anrufen weiß.

Was es in der Konsequenz bedeutet, immer wieder mit der Geschichte konfrontiert zu werden, habe ich oft genug am eigenen Leib erfahren müssen. Nur weil ich in der Nazizeit geboren wurde (1934) und das auch noch in der braunen Hochburg Neckartenzlingen, wie in einem Beitrag der Nürtinger Zeitung vom 18. September 2010 geschildert wurde, muss ich mit meinen Äußerungen vorsichtig sein und jedes Wort auf die Goldwaage legen, sonst wird mir sofort der braune Stempel aufgedrückt. In meinem Beitrag habe ich mich nicht auf Geschichte berufen, das überlasse ich Herrn Reinhardt, sondern habe lediglich darauf hingewiesen, dass es in allen Ländern Gräueltaten und auch Völkermorde gab.

Mit keiner Silbe habe ich mich in meinem Leserbrief gegen Zugezogene geäußert, sondern lediglich die horrende Zuwanderung aus anderen Kulturkreisen angesprochen. Nach unserer Hochzeit 1956 sind wir von Neckartenzlingen weggezogen, damals hatte der Ort gerade mal 2200 Einwohner, heute sind es mehr als 6000. Wenn man früher durch den Ort ging, hatte man sich gekannt und gegrüßt, das gehört heute der Vergangenheit an.

Vor 35 Jahren haben wir in Erkenbrechtsweiler unser Häusle gebaut und sind hier daheim. Hier kennt man sich, grüßt einander, nimmt Anteil und hält oft ein Schwätzle über den Gartenzaun, hier wurde unser Sohn getraut, unsere Enkelkinder getauft und mein Mann beerdigt. Hier werde ich meine letzten Tage verbringen.

Herrn Melcher möchte ich noch sagen, dass ich keinen Arierpass besitze, aber traurig darüber bin, dass das deutsche Volk auf die Rote Liste gesetzt werden muss.

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