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Das Roßdorf und Befindlichkeiten

09.05.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Reinmar Wipper, NT-Roßdorf. Zum Kommentar „Gute Vermittler“ vom 23. April. Schon Ende der 90er Jahre lag eine Stadtteilvertretung für das Roßdorf in der Luft. Den Prozess dazu habe ich seinerzeit angestoßen, als Vorsitzender der Bürgervereinigung (BVR). Von Gemeinderat und Rathaus ist er mehrheitlich ignoriert und von meinen Vorstandskollegen in der BVR torpediert worden („Wir sind kein politischer Verein“).

Schon damals kannten aktive Roßdorfer „die Befindlichkeiten ihrer Mitbewohner“, wie Frau Lieb formuliert. Dass der GR heute dies zu schätzen weiß, ist erfreulich, kommt aber beschämend spät. Die einstigen Bremser und Verhinderer aus Verwaltung und Bürgerschaft sind heute elastisch in Deckung oder gar nicht mehr hier.

Der Streit um die Bebauung der Nanzwiese mit Blechcontainern drehte sich immer nur um den Standort. Presse und Verwaltungsspitze haben es aber scheinheilig als Fremdenfeindlichkeit behandelt. Ebenso die Mehrheit im Gemeinderat, vor allem aber damalige OB. Ich bin deswegen aus dem Gemeinderat ausgeschieden, was einige süffisant goutiert haben (eine paradoxe Sauerei: einen linkssozialen Katholiken mit Nazivorwürfen mobben). Die Lüge vom Rückbau der Container aber stinkt bis heute, mit wohlfeilem Kanzleitrost und Sachzwängen begründet

Die Roßdorfer haben mehr Integrationsarbeit geleistet als alle anderen Stadtteile zusammen. Und werden dennoch bis heute herabgewürdigt. Der Satz „ . . . weil man im Roßdorf gemerkt hat, dass man vor diesen Fremden keine Angst haben braucht“ ist falsch und beleidigend. Eine überhebliche Neuauflage der damaligen Unterstellungen.

Ich persönlich habe die Verletzungen hinter mir gelassen und mich aus der Kommunalpolitik zurückgezogen. Das Vertrauen aber, das viele Roßdorfer Frauen, Männer und Jugendliche, vor allem solche mit anderer Muttersprache, in eine partnerschaftliche und menschenfreundliche Verwaltung gesetzt hatten, ist für lange Zeit beschädigt. Wer´s nicht glaubt, der komme, rede mit den Menschen und arbeite an seinen eigenen Vorurteilen. Ansonsten: Mund halten.

Leserbriefe

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