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Das Ergebnis ist nicht verwunderlich

02.11.2016 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dora Gerwig, NT-Oberensingen. Zum Artikel „Bildungsstudie: Schüler im Land schneiden schlecht ab“, vom 27. Oktober. Baden-Württembergs Schüler schneiden schlecht ab in Deutsch und den Fremdsprachen. Wundert’s eine altgediente Fremdsprachenlehrerin? Die Schuld kann nicht einzelnen Regierungen zugeschrieben werden. In den 40 Jahren Schuldienst, die ich aktiv miterlebt habe, hat man die Stundenzahl für den Deutsch- und Fremdsprachenunterricht mindestens vier Mal gekürzt, zuletzt mit dem Hinweis auf den meines Erachtens fragwürdigen Englischunterricht in der Grundschule, aber auch für die Einführung von Verkehrs- und Gesundheitsunterricht, Wirtschaftskunde, Informatik und vielem mehr, alles wichtige Dinge, zugegeben.

Irgendwo musste man dann ja kürzen, da die Stundenbelastung für die Schüler nicht erhöht werden konnte. Dafür stand im Lehrplan sinngemäß: Die Schüler üben selbständig die gelernten Inhalte. Ach ja? Erinnert sich jemand an seine Jugend und was er freiwillig, ohne Überprüfung gemacht hat? So fiel eben die nötige Zeit zum Üben unter den Tisch, was weiter nicht als gravierend erachtet wurde, da Generationen von Grundschulpädagogen ab der 80er-Jahre lernten, dass Üben nichts Motivierendes hat und deshalb von Übel ist. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass parallel zur Verbreitung der Computer die Menschen immer öfter meinten, einmal Input, einmal etwas zu verstehen sei genug für das Behalten.

Leider haben unsere Gehirne mit der Entwicklung nicht Schritt gehalten. Zwei Vorschläge hätte ich, wie man ohne große Veränderungen an den Schulen Zeit für sinnvollen Unterricht zurückgewinnen könnte: Zum einen sollten die armen Lehramtsanwärter nicht mehr gezwungen werden, jede einzelne Einheit „mit Teufelsgewalt“ in Gruppenarbeit zu verpacken (die sowieso für das untere Drittel der Klasse schlechtere Ergebnisse zeitigt, dazu gibt es Untersuchungen), sondern auch mal guten Frontalunterricht zeigen dürfen. Zum anderen sollte man die Präsentationen, die jeder Schüler jedes Schuljahr absolvieren muss (früher hieß das Referate) ersatzlos streichen.

Warum? Lehrer und Eltern wissen, dass diese Präsentationen in den allermeisten Fällen unter massiver Mithilfe der Eltern erstellt werden. Zugleich würde man eine Quelle krasser Chancenungleichheit abschaffen, denn es gibt in jeder Klasse Eltern, die ihren Kindern nicht helfen können. Bei dreißig Schülern in einer Klasse und zwei Präsentationen pro Kind im Jahr könnte man, je nach Altersstufe und Vor- und Nachbereitung in der Klasse 10 bis 30 Fachunterrichtsstunden sinnvoller verwenden, sinnvoller deshalb, weil die meisten Mitschüler aus diesen Referaten eh nichts mit nach Hause nehmen. Wer das Präsentieren aus eigenem Antrieb lernen möchte, was ich übrigens für sehr nützlich halte, könnte das in einer Arbeitsgemeinschaft angeboten bekommen.

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