Leserbriefe

Darf bald jeder bauen, wie er will?

21.07.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Kuno Giesel, Nürtingen. Zum Artikel „Der Schräge Otto weicht einem Neubau“ vom 18. Juli. Der Schräge Otto war vielleicht markant, aber für mich nicht das Markenzeichen der Braike, denn er hat dort überhaupt nicht hingepasst. Daher freut es mich, dass er abgerissen wurde. Wie viele andere ging auch ich davon aus, dass an dessen Stelle ein ähnliches Gebäude wie die Neubauten in der Umgebung entstehen wird. Aber es war nur ein Wunschgedanke. Das neue Gebäude bekommt noch ein Stockwerk mehr und wird deutlich massiver als der Schräge Otto. „Keine Architektur von der Stange“. Der Entwurf, den ich im Internet gefunden habe, ähnelt für mich anderen Gebäuden, die in letzter Zeit in Nürtingen gebaut wurden. Nur um zwei Etagen höher und etwas massiver. Die Nachbarn wurden wohl informiert, dass ein neues Haus gebaut wird und man sich auf dem Bauamt informieren kann. Zum Teil war man gutgläubig und ging davon aus, dass es ähnliche Ausmaße wie der Schräge Otto haben wird. Weit gefehlt. Es wird noch dominanter. Ein Denkmal dafür, dass in Nürtingen fast alles gebaut werden kann?

Es ist schon auffällig, wie in der Braike Gebäude abgerissen wurden und größere Neubauten entstanden, welche absolut nicht zu den Nachbargebäuden passen, die zum Teil erst renoviert und isoliert wurden, teilweise nachträglich mit Balkonen bestückt. Zeichen, die darauf deuten, dass sie die nächsten Jahrzehnte noch bestehen dürften. Ein Freund aus der Baubranche hat mir gesagt, dass es inzwischen üblich sei zu versuchen, über die erlaubten Grenzen hinaus zu planen und zu bauen – und wenn man die richtigen Personen kenne und entsprechend geschickt argumentiere, es auch meist genehmigt bekomme.

Wenn ich mich so umhöre und zum Beispiel an Oberensingen denke, scheint wohl etwas daran wahr zu sein. Im Facebook hat jemand angeregt, das Hochbauamt aufzulösen, da überflüssig. Es macht (baut) doch eh bald jeder, wie es ihm gefällt.

Leserbriefe

E-Mobilität: Ein tot geborenes Kind

Hartmut Schewe, Aichtal-Neuenhaus. Zum Leserbrief „Erfolgversprechende Anstrengungen“ vom 6. Juli. Herr Rall hat recht, wenn er meint, jeder, der sich in die Debatte um die Zukunft der Energieversorgung einschaltet, möge sich um die Technik kümmern. Das reicht aber nicht. Die erste Frage ist…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe