Leserbriefe

Bürgermeister nicht gehen lassen

14.02.2019, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Helmut Weber, Aichtal-Neuenhaus. Zum Artikel „Einem Bürgermeister reicht es“ vom 9. Februar. Die Rede ist von Lorenz Kruß aus Aichtal. Wenn Bürger- und Stadträtebeteiligung am öffentlichen Leben nicht mehr den Anstand einer zivilisierten Auseinandersetzung kennen und sich unsinnigerweise profilieren müssen, um einer Klientel oder sich selbst gerecht zu werden, auch andere für Selbstzwecke aufwiegeln, ist das eine Gangart, die einer Stadtpolitik nicht zuträglich ist.

Monatelange Straßenarbeiten des Landes, die in jeder Weise durch das Bürgermeisteramt angetrieben wurden und eine ständige Eifersüchtelei von drei Stadtteilen – über einzelne „Vorteilnahme“ oder „Benachteiligungen“ –, das sind zum Tagesbetrieb einer Stadtverwaltung die Highlights, mit denen sich ein Bürgermeister in Aichtal Zerreißproben ausgesetzt sehen darf. Lorenz Kruß ist ein Bürgermeister, der an allen Ereignissen – manchmal viermal in der Woche, wenn andere Bürger vor dem Fernseher sitzen –, auch außeramtlich teilnimmt und das nicht nur beisitzend, sondern immer wieder auch als Bürger aktiv mitwirkt, dabei sich für einfachste Tätigkeiten bei Festen der Vereine oder Stadt nicht zu schade ist und das nicht aus Kalkül; er will nicht bürgernah, sondern als Teil der Gemeinschaft verstanden werden. So hat er sein Ohr auch immer am Mitbürger. Sein Charakter hängt erwiesenermaßen nicht am Prestige eines Amts.

Dass ein Bürgermeister, der den Kompromiss in Verwaltungsfragen sucht, dafür nicht immer ungestraft bleibt, ist dem Amt geschuldet. Wenn sich eine Stadt aber nicht als Stadt, sondern in drei „Körperschaften“ definiert, kann ein Bürgermeister seine Sache noch so gut machen – es wird immer ungenügend sein. Diese Fülle an Frustrationen, die einen Bürgermeister und seine ihn unterstützende Ehefrau hier treffen müssen, können irgendwann die Trennung vom Amt nötig sein lassen. Meine Familie, Nachbarn, Freunde und andere Bürger im Aichtal, mit denen wir im Kontakt stehen, rufen die feindseligen Kontrahenten aus der gesamten Bürgerschaft zur Vernunft auf. Im Grund, wenn Egoismen beiseite treten, kann nur die Einsicht herrschen, dass ein Bürgermeister dieser Qualität immer ein Wunschkandidat für ein Gemeinwesen sein muss. Wir lassen ihn nicht so ohne Weiteres gehen.

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