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Leserbriefe

Bringt Stuttgart 21 wirklich Vorteile?

11.09.2010 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Maike Pfuderer, Stuttgart. Immer wieder lese ich von den Vorteilen, die S 21 bringen soll. Als Bürgerin, die in ihrem Stadtteil als Bezirksbeirätin und Ortsverbandssprecherin von Bündnis 90/Die Grünen politische Mitverantwortung trägt, möchte ich diese Vorteile beleuchten. Ist es ein Vorteil, dass der neue Bahnhof weniger Zufahrtsgleise hat als der bestehende? Ist die Halbierung der Gleise im Bahnhof ein Vorteil oder ist die fehlende Barrierefreiheit des neuen Bahnhofs als Vorteil anzusehen? Vielleicht liegt der Vorteil ja auch darin, dass der Tiefbahnhof mit seinen acht Gleisen auf Dauer nicht erweiterbar ist, da in seinem Anschluss direkt das Europäische Viertel mit Wohnraum für 18 000 Bürger entstehen soll? Oder liegt der Vorteil darin, dass wir alle seit Jahren für den regionalen Schienenverkehr mehr bezahlen als in anderen Bundesländern? Oder, dass der VVS jetzt schon einer der teuersten Verkehrsverbünde ist? Billiger wird’s sicher nicht, wenn der Bahnhof dann in zehn bis 20 Jahren fertig ist! Die Leser der Nürtinger Zeitung werden während der unkalkulierbaren Bauzeit einen ganz besonderen Vorteil erleben dürfen. Die Bahnfahrt endet dann gut 100 Meter früher und alle Reisenden, die in Stuttgart in die Stadtbahn umsteigen wollen, müssen über zwei Holzstege die Baugrube überwinden. Für mehr Stege reicht es bei den schöngerechneten Baukosten nicht!

Wirkliche Vorteile? Für die ganze Region! Nun zu den Vorteilen für uns Stuttgarter, die das Projekt ja am massivsten betrifft. Wir erleben derzeit Staubwolken durch den unnötigen Abriss des Nordflügels. Staub, der vermutlich asbesthaltig ist. Wir werden über Jahrzehnte mit dem Lärm von Baumaschinen leben müssen. Wir verlieren an einer der bundesweit am meisten mit Feinstaub belasteten Kreuzungen 280 alte Bäume, die uns die Luft zum Atmen bringen. Tolle Vorteile für alle! Wir Stuttgarter wollen diese Vorteile mehrheitlich nicht! Wir waren selbst jetzt in der Urlaubszeit mit bis zu über 60 000 Menschen auf der Straße, um unseren Willen auszudrücken. Das Projekt ist noch umkehrbar, da parlamentarische Beschlüsse gekippt werden können, wie die Laufzeitenverlängerung der Atomkraftwerke zeigt.

Leserbriefe

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