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Brettschneider und die Briefwähler

21.09.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dr. Walter Stahli, Nürtingen. Zum Artikel „Extrem hohe Beteiligung an der Briefwahl im Land“ vom 15. September.

Im dem Artikel wird unter anderem auf die Ergebnisse einer von Professor Brettschneider durchgeführten Umfrage über den Anteil der Briefwähler hingewiesen. Darin ist zu lesen: Der Anteil unter der Anhängern der CDU, SPD, der Grünen und der FDP sei gleich hoch. Unter den Anhängern der Linkspartei und der AfD sei hingegen der Anteil derjenigen, die im Wahllokal wählen wollen, überdurchschnittlich hoch.

Diese Feststellung mag ja politisch korrekt sein, deckt sich aber nicht immer mit den Zahlen die von der Landtagswahl 2021 aus Nürtingen, Wendlingen und Kirchheim bekannt sind. So zum Beispiel haben in Nürtingen die Grünen bei der Briefwahl 43,45 Prozent der abgegebenen Stimmen bekommen, aber nur 32,33 Prozent im Wahllokal, ein Unterschied von 11,12 Prozent, aber gut ein Viertel weniger. Auch die CDU schnitt bei der Briefwahl mit plus 5,49 Prozent besser ab. Bei der SPD, FDP und Linke betragen die Unterschiede weniger als 1,7 Prozent. Hingegen hat die AfD im Wahllokal 15,55 Prozent erreicht, aber nur 5,85 Prozent bei der Briefwahl. Ähnlich waren auch die Ergebnisse in Wendlingen und Kirchheim.

Wie auch Professor Brettschneider feststellt, ist der Anteil der Briefwähler „bei den über 60-Jährigen überdurchschnittlich hoch“. Dazu gehören auch die Bewohner von Pflegeeinrichtungen. Dass die Senioren überwiegend konservativ wählen ist bekannt, aber dass diese Leute plötzlich glühende Anhänger der Grünen wurden, ist zumindest fraglich! Übrigens, in Erkenbrechtsweiler hat die AfD 17,24 Prozent erreicht. Dort gibt es aber kein Pflegeheim, sondern nur einen ambulanten Pflegedienst.

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