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Leserbriefe

Betrüger und Rechtssystem

13.11.2007 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Daniela Schüttler, NT-Zizishausen. Zum Artikel Betrüger gesucht vom 10. November. Als ich am Samstagmorgen die Zeitung aufschlug, traute ich meinen Augen kaum. Im Polizeibericht wurde ein Betrüger aus Neckartenzlingen gesucht, 33Jahre, mit Bild. Er soll insgesamt einen Schaden von über eine Million Euro verursacht haben. Ich bin mir sicher, das hätte verhindert werden können.

Diesen jungen Mann kenne ich leider besser als mir lieb ist. Bereits vor einigen Jahren waren wir gezwungen, genau aus denselben Gründen, welche ihm in diesem Bericht zur Last gelegt werden, einen beziehungsweise mehrere Rechtsstreite gegen ihn zu führen. Er hatte sich auf zwielichtige Weise diverse Kredite erschlichen, welche wir nun abbezahlen sollten. Wir erfuhren allerdings erst davon, als eines Tages ein Brief ins Haus flatterte, in dem bekannt gegeben wurde, wann die Zwangsversteigerung für unser Wohnhaus angesetzt war. Die einzige Möglichkeit für uns war, erst einmal den Schaden zu begrenzen und danach in den Rechtsstreit zu gehen. Es waren Zeugen vorhanden, die bereits damals vor Gericht aussagten, dass er sie dazu überreden wollte, seine Lohnverdienste zu fälschen. Doch das schien den Richter nicht zu interessieren und er meinte nur lapidar, das würde hier nichts zur Sache tun. Hohn in meinen Augen.

Das Ende vom Lied war, dass wir die Schulden des Herrn Röthel bezahlen mussten, immerhin eine halbe Million Mark, und er mit einem Grinsen im Gesicht den Gerichtssaal verlassen konnte. Jahrelang haben wir nun für seine Schulden bezahlt und wir wussten oft nicht, wie lange beziehungsweise ob wir unser Eigentum behalten konnten. Er hatte wohlwollend in Kauf genommen, unsere Existenz zu zerstören. Er brüstete sich damals sogar noch damit, wenn er über die Klinge springen würde, wären wir alle dran, dafür hätte er schon gesorgt.

Für mich jedenfalls steht danach eins fest: In diesen Prozessen wurden aus Opfern Täter gemacht, welche dank unseres wunderbaren Rechtssystems fast alles, wofür sie jahrelang hart gearbeitet haben, verloren hätten. Ich möchte mich in diesem Zuge auch noch gerne bei den Richtern bedanken, die es Herrn Röthel damals ermöglicht haben, seine Machenschaften bis jetzt ungestraft weiterzutreiben. Ich frage mich manchmal wirklich, in was für einem Rechtsstaat wir leben, in dem das Wort eines ehrlichen Bürgers weniger gilt als das eines Betrügers. Wäre er bereits schon damals wegen dieser Delikte verurteilt worden, hätte dieser weitere schlimme Schaden gar nicht erst entstehen können.

Die Frage ist nur, wer hier wieder der Dumme ist ich kann es Ihnen sagen: der ehrliche Bürger.

Leserbriefe

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