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Besser Windkraft statt Kohlekraftwerk

09.09.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dr. med. Erwin Müller, NT-Neckarhausen. Zum Artikel „Stadtwerke setzen auf Küstenwind“ vom 28. August. Erfreulicherweise gibt es offensichtlich auch fortschrittliche Stadtwerke! In der Nürtinger Zeitung wird von einer Gruppe von süddeutschen Stadtwerken berichtet, die in der Nordsee 80 Windkraftanlagen bauen wollen, um sich von den dominierenden Stromkonzernen unabhängiger zu machen. Diese 80 Windkraftanlagen sollen die halbe Leistung eines herkömmlichen Atom- oder Kohlekraftwerks erbringen.

Am 25. Juli 2008 wurde in der Nürtinger Zeitung berichtet, dass die Nürtinger Stadtwerke sich am Bau eines Kohlekraftwerks in Brunsbüttel beteiligen wollen, ebenfalls mit der Begründung, sich von den Energiekonzernen unabhängiger zu machen. Das Ziel ist in beiden Fällen das gleiche. Im einen Fall soll das Ziel mit einem Kohlekraftwerk erreicht werden, einer Technologie von gestern, die in den nächsten 40 Jahren – auf diese Laufzeit ist ein Kohlekraftwerk ausgelegt – Unmengen von CO² ausstoßen wird, und damit den ernsthaften Bemühungen, unser Klima zu stabilisieren, direkt entgegenläuft. Ein neu gebautes Kohlekraftwerk muss natürlich Strom produzieren. Entsprechend weniger alternative Kraftwerke wird man brauchen, und deshalb auch weniger bauen. Im anderen Fall hat sich eine Gruppe von Stadtwerken entschlossen, den Klimawandel ernst zu nehmen, und nicht nur davon zu reden. Es dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben, dass nur durch alternative Energiegewinnung die Zunahme der Erderwärmung aufzuhalten ist. Und das muss doch eigentlich unser aller Ziel sein, insbesondere im Hinblick auf die kommenden Generationen. Warum können sich die Nürtinger Stadtwerke nicht auch an diesem geplanten Windpark beteiligen, anstatt in die veraltete und klimaschädigende Kohlekraftwerk-Technologie zu investieren?

Meinen Protest gegen das Vorgehen der Nürtinger Stadtwerke habe ich vor einem Jahr in einem Brief an Herrn Klaußer, den Chef der Nürtinger Stadtwerke, zum Ausdruck gebracht. Jetzt schreibe ich diesen Leserbrief. Als letzte Möglichkeit bleibt mir nur noch, meinen Strom von einem fortschrittlicheren Stadtwerk zu beziehen, das an die Umwelt beziehungsweise an das Erdklima denkt. Jeder Nürtinger Bürger hat diese Möglichkeit.

Leserbriefe

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