Leserbriefe

Bei Schulsanierung mehr Transparenz

18.05.2019, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Nadine Bosch-Fick, Nürtingen. Zum Artikel „Schulsanierung wird zum Balanceakt“ vom 16. Mai. Mit großem Interesse habe ich am Dienstag die Gemeinderatssitzung verfolgt, in der es unter anderem um die Schulsanierung ging. Ich bin seit zehn Jahren Lehrerin am MPG und kann nicht verstehen, warum der Neubau unserer Sporthalle, hinter dem ein ordentliches Finanzierungskonzept stand, vom Gemeinderat seiner Zeit nicht genehmigt wurde, die Sanierung von Högy, Realschulen und der Friedrich-Glück-Schule – unter Vorbehalt der Finanzierbarkeit horrender Summen, die noch gar nicht geklärt scheint – aber schon.

Mir ist völlig klar, dass Neubau und Sanierung aus zwei unterschiedlichen Töpfen finanziert werden, da derzeit nur die Sanierung vom Land gefördert wird. Ich kann auch nachvollziehen, dass der Stadt daran gelegen ist, diese Förderung von maximal neun Millionen Euro auch zu nutzen. Doch geht dies nur mit einer beträchtlichen Eigenleistung von 21 Millionen Euro. Sollte die vom Land bereits genehmigte Fördermenge tatsächlich in voller Höhe abgerufen werden und projektgebunden an die vier erwähnten Schulen fließen, wäre der Haushaltstopf aber über Jahre hinweg leer und es könnten keine anderen Projekte mehr in Angriff genommen werden. Oder liege ich da falsch?

Sicher mag man mir Befangenheit vorwerfen. Dem ist aber nicht so. Denn ich habe neun wundervolle Jahre meines Lebens am Högy zugebracht und bin „meiner“ Schule immer noch sehr verbunden. Von einer Konkurrenz der Nürtinger Gymnasien halte ich gar nichts und es steht außer Frage, dass die Fenster und die Fassade des Hölderlin-Gymnasiums auch im Hinblick auf das verbaute Asbest dringend saniert werden müssen.

Genauso außer Frage steht aber auch, dass das MPG eine neue Sporthalle benötigt, aus deren Decke zum Teil lange Schrauben fallen, was ein Sicherheitsrisiko für alle darstellt. Und nicht nur Högy, MPG, die Realschulen und die Glück-Schule haben Missstände, die durch jahrelangen Sanierungsstau hervorgerufen wurden. Fehlende Barrierefreiheit (im Zuge der Inklusion ein Unding!), unzumutbare sanitäre Anlagen (vor allem an den Grundschulen) und vorsintflutliche mediale Ausstattung sind nur einige weitere Mängel über die zahlreiche andere Schulen in Nürtingen klagen. Als Lehrerin des MPG und Mutter von drei Kindern, die alle die Nürtinger Schullandschaft besuchen, wünsche ich mir eine gerechte Verteilung finanzieller (Förder-)Mittel und einen transparenten Umgang mit dem Thema „Schulsanierung“.

Leserbriefe

Großer Forst und die Wahlen

Kuno Giesel, Nürtingen. Zum Artikel „Neuer Bauabschnitt sorgt für neuen Stau“ vom 21. Mai. „. . . zwischen Bahnhof und Nordtangente ging heute gar nichts mehr“. Man Stelle sich vor, Hugo Boss hätte doch auf dem Großen Forst gebaut und seine LKW-Flotte quält sich zusätzlich durch den Stau über…

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