Leserbriefe

Bahn hat auf der ganzen Linie versagt

25.01.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Professor Dr. Friedrich-Wilhelm Kolkmann, Unterensingen. Ich gehöre zu den Friederike- beziehungsweise DB-Geschädigten. Ich hatte einen Termin in Berlin und bin am 18. Januar morgens von Stuttgart mit ICE losgefahren. Wie von der DB geraten habe ich mich zuvor in Stuttgart nach den Aussichten erkundigt. Der befragte Bahnmitarbeiter versicherte mir, die Strecke sei frei, man könne fahren. Bis Fulda. Dort endete die Fahrt. Per Durchsage wurden alle Reisenden aufgefordert den ICE zu verlassen, da DB den Zugverkehr deutschlandweit eingestellt habe. Für weitere Auskünfte möge man sich an die Information im Bahnhof wenden.

Im Bahnhof ein unbeschreibliches Chaos. Vor dem völlig unterbesetzten Informationsschalter eine Schlange von hunderten gestrandeter Passagier. Taxi- und Hotelgutscheine völlig wertlos, da es weder Taxen noch freie Hotelzimmer gab. Auch Leihwagen gab es nicht (mehr). Die Infrastruktur der Stadt Fulda und die Organisation der DB waren heillos überfordert. Man kam sich vor wie in einer Bananenrepublik. Das Verhalten der Bahn ist ein ausgesprochenes Organisations- und Managementversagen (hochbezahlter Manager).

Es ist eine Unverschämtheit, die inakzeptablen Verhältnisse an den Bahnhöfen auf höhere unvermeidbare Naturgewalten abzuschieben. Wenn man schon, wie behauptet, vorauseilend und vorausschauend den Zugverkehr deutschlandweit einstellt – auch auf Strecken, die möglicherweise noch frei sind – dann bitte frühmorgens und nicht nachmittags, wenn bereits abertausende Reisende in den Zügen sitzen. Und wenn man schon abertausende Reisende an irgendwelchen, dafür geeigneten Bahnhöfen auslädt, dann sollten an diesen Bahnhöfen wenigstens genügend informierte Mitarbeiter zur Beratung gestrandeter Kunden, denn das sind die Reisenden ja, zur Verfügung stehen.

Der Verweis auf einen stickigen Hotelzug zur Übernachtung, mit unzureichenden Hygieneverhältnissen, Schokoriegeln und Wasser kommt ja wohl einer Verhöhnung der Kundschaft gleich. Nach den Erfahrungen der letzten Jahre hätte die DB wohl endlich dafür sorgen können, dass wenigstens die Fernverkehrsstrecken wetter- und sturmfest gemacht werden. Wenn heute noch der Zugverkehr durch auf den Gleisen liegende Bäume und Äste beeinträchtigt wird, so ist das ein Versäumnis, das einzig dem Versagen der DB zuzurechnen ist. Es gab mal einen Werbeslogan der Bahn, „alle reden vom Wetter, wir nicht“ aber das ist lange her.

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