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B 27-Ausbau und die CSU-Minister

14.01.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Maike Pfuderer, Stuttgart. Zum Artikel „Mit Volldampf in die Landtagswahl“ vom 9. Januar. Mit Volldampf zurück, so lesen sich zumindest die verkehrspolitischen Ausflüge des CDU-Kreisvorsitzenden und Kandidaten für den Wahlkreis Nürtingen-Filder. Sie zeigen übrigens deutlichst, warum der derzeitige Demografiebeauftragte des Landes bisher keine Rolle in der Verkehrspolitik spielte, dies wird mutmaßlich wohl so bleiben.

Seine Kritik an der Vergabe des schienengebundenen Regionalverkehrs, die er einer Gebetsfahne ähnlich in den Wind hält, ist von der Realität zerrissen. Mir scheint es ohnehin so, dass er sich auf den Verkehrsminister des Landes und Abgeordneten des Stuttgarter Filderwahlkreises eingeschossen hat, weil er weder den Mut noch den Ansatz hat, seinen direkten Mitbewerber anzugreifen. Verkehrspolitik als Nebenkriegsschauplatz, mit dem er die Landesregierung und deren erfolgreichen Chef angreifen will. Der sechsstreifige Ausbau der B 27 ist als Projekt B 27-G50-BW im Verkehrswegeplan des Bundes bis 2030 aufgenommen. Für diesen Plan zeichnen nun seit 2009 die Herren Ramsauer, Dobrindt und Scheuer Verantwortung, die leider insgesamt nicht durch übergroßen Sachverstand auffielen, dafür aber aus Kunzmanns Schwesterpartei kommen.

Das Projekt befindet sich in der Anhörung und es gibt durchaus berechtigte Zweifel, ob die Verkehrsentwicklung der Zukunft diesen weiteren Landschaftsfraß auf den Fildern notwendig macht. Hier könnte ja Herrn Kunzmann ein Gespräch mit dem Filderstädter OB helfen, der den Ausbau auch sehr kritisch hinterfragt. Dass Kunzmann hier die Mitspracherechte der Bürger als zu umfangreich kritisiert, zeigt wie tief er doch in alten Strukturen verankert ist, dies wird auch in seiner Freude über das klare Votum für den rechts-konservativen Kandidaten Friedrich Merz deutlich. Mag sich die CDU im Kreis Esslingen auch unter Volldampf wähnen, so fehlt ihr doch die Kenntnis, die Signale der Zeit zu lesen und sie ist auf dem besten Weg auf das Abstellgleis.

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