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Aufenthaltsqualität und Beitrag zum Klimaschutz

07.05.2022 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Michael Jäger, Nürtingen. Zum Artikel „Aufwertung für östliche Kirchstraße“ und zum Kommentar „Die Chance beim Schopfe packen“ vom 14. April.

Nutzen wir die Chance! Richtig: Die Chance, die östliche Kirchstraße aufzuwerten, sollte genutzt werden. Und: „Zu einer guten Einkaufssituation gehört auch ein entsprechendes Umfeld, in dem man sich gerne bewegt“, wie Frau Lieb schreibt. Zu diesem Umfeld gehört ebenfalls der viel genutzte Zugang zur Innenstadt von der Kirchheimer Vorstadt her, der durch die Bahnunterführung zur östlichen Kirchstraße führt. Wenn man von der Kirchheimer Vorstadt von der Bahnunterführung heraufkommt, dann läuft man zunächst auf eher schmalem Wege zwischen Autos und Häuserfassaden aufwärts, bevor die regulären sowie die irregulären Parkplätze enden und die Fußgängerzone beginnt.

Sind der vergangene/zukünftige Mediamarkt oder die Ärzte im NC das Ziel, dann muss man an parkenden Autos vorbei den Platz queren und die Augen offenhalten, ob nicht irgendein Auto gerade wieder vorwärts oder rückwärts zu oder auf den Parkplätzen unterwegs ist. Aufenthaltsqualität für Menschen hat dieser untere Bereich der östlichen Kirchstraße damit in keiner Weise. Dabei wäre für eine lebenswerte Innenstadt viel gewonnen, wenn man auch in diesem unteren Bereich flanieren könnte, im Übrigen auch für die dort ansässigen Geschäfte. Denn wer verweilt, der sieht auch mehr, der tendiert auch eher dazu, mal in die Geschäfte hineinzugehen, etwas zu kaufen.

Der Verlust dieser wenigen Parkplätze wird allemal durch einen Zugewinn an gerne bummelnden Menschen aufgewogen, die sich in diesem Bereich dann ungestört bewegen und aufhalten können. Aber solange es in dieser Sackgasse Parkplätze gibt, wird es Parksuchverkehr, wird es im Halteverbot parkende Autos geben. Parkplätze auch in unmittelbarer Nähe zur östlichen Kirchstraße gibt es in völlig ausreichender Zahl. Fehlende Parkplätze können kaum ein Argument sein. Vielmehr sollten wir im Hinblick auf die Attraktivität unserer Stadt und auch im Hinblick auf den Klimawandel jede sich bietende Chance nutzen, die Innenstadt nach und nach autofrei zu gestalten. Nur so können wir darauf hoffen, unsere Innenstadt zu beleben, denn mit „Autostädten“ wie Metzingen brauchen wir erst gar nicht zu konkurrieren. Dagegen können wir sehr wohl mit der Vision einer lebenswerten Innenstadt antreten und gewinnen (siehe auch Stadtbalkon). Nutzen wir die Chance!

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