Leserbriefe

Auch Filder-Bewohner sind betroffen

03.01.2019, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Rauscher, Nürtingen. Zum Artikel „Stuttgart 21 wird für die Bahn zur Dauerlast“ vom 19. Dezember. Die Bankrotterklärungen der S21-Befürworter nehmen zu. Jetzt müssen diese erklären, dass die S-Bahn mindestens ein Jahr nicht den Flughafen anfahren kann und die S-Bahn-Strecke Bernhausen–Flughafen gesperrt werden wird. Es ist schon grotesk, dass im Landkreis seit Jahren von einem Ausbau des ÖPNV gesprochen wird und dann die wichtigste tangentiale ÖPNV-Verbindung gekappt werde. Es gehe nicht nur um eine Verbindung zum Flughafen, sondern auch zur Messe.

Ebenfalls betroffen sind durch den Ausfall der S-Bahn die Einwohner auf den Fildern, die dann durch den zunehmenden Autoverkehr und den Parkplatzdruck behindert werden. Es gibt keine ausreichenden Alternativen für die 2,5 Millionen Fahrgäste. Die Tunnelbefürworter haben die Katze im Sack gekauft!

Die sich jetzt abzeichnende verschärfte Finanzkrise der Deutschen Bahn wird im Artikel aufgezeigt. Die Deutsche Bahn werde, das zeigt die neue Investitionsplanung des Konzerns, durch S21 massiv belastet, was dazu führe, dass wichtige andere Projekte bei der Infrastruktur und im Fern-, Regional- und Güterverkehr nicht mehr finanziert werden könnten.

Die Kreistagsfraktion Die Linke hat ständig vor diesen Gefahren gewarnt, die Reaktion der anderen Fraktionen ging über Hohngelächter nicht hinaus. Noch in der letzten Rede zum Haushalt 2019 im November führte ich aus: „Schon in den letzten Jahren haben wir immer wieder vorgeschlagen, dass der Kreis aktiv werden möge, um das Wahnsinns-Milliarden-Projekt S21 Stuttgart–Ulm zu beenden. Es gibt neben den mehrmals aufgezählten Gründen in diesem Jahr einen weiteren Grund, endlich der Vernunft zum Durchbruch zu verhelfen.

Durch das Lenninger Tal fahren Hunderte von Lkw, die Abraum aus dem Projekt nach Grabenstetten und umgekehrt Kalkstein zur Baustelle bringen. Dies alles nicht nur werktags, sondern auch noch an Sonn- und Feiertagen. Die Anwohner leiden unter zusätzlichem Dreck, Staub, Lärm und Gefahren für ihre Gesundheit. Ein Baustopp würde all diese negativen Wirkungen beenden und geschätzte sechs Milliarden Euro einsparen. Zudem könnten die fertiggestellten Bauwerke für den S-Bahn-Ringschluss zwischen Fildern und Neckartal genutzt werden.

Zusammen mit den Kirchen sollte der Landkreis mindestens dafür Sorge tragen, dass die gesetzliche Sonn- und Feiertagsruhe wieder hergestellt wird. Eine Beendigung dieses Immobilienprojekts könnte den Kommunen, die dies letztlich bezahlen, hohe zusätzliche millionenschwere „Reparaturkosten“ für S21 einsparen.

Solche Kosten entstehen für das geplante Turmforum, das 3. Gleis am Flughafen, zusätzliche Weiche in der Mittnachtstraße, zusätzlich notwendig gewordenen S-Bahn-Züge, die Große Wendlinger Kurve, die Einführung des ETCS, ohne ETCS wird das System S21 überhaupt nicht laufen, dem Umbau des S-Bahnhofes Feuerbach.

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Erfreulich – aber noch nicht genug

Elfriede Steckroth, Neckartailfingen. Zum Artikel „Tierschützer zahlen viel für Kastration“ vom 12. August. Eine erfreuliche Nachricht. Trotzdem, einige tun es nicht – ihr Tier kastrieren lassen. Mit fadenscheinigen Ausreden. Jeder verantwortungsvolle Tierbesitzer sollte eine Kastration…

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