Leserbriefe

Auch an die älteren Menschen denken

24.01.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hermann Sticher, NT-Raidwangen. Es ist dankens- und anerkennenswert, dass die Ortschaftsräte der fünf Nürtinger Teilorte Hardt, Neckarhausen, Raidwangen, Reudern und Zizishausen mit ihren Fragen zu sich abzeichnenden Entwicklungen in der Stadt Nürtingen an die Öffentlichkeit gegangen sind. Der überfüllte Saal der Raidwänger Egerthalle zum Beispiel zeigt das große Interesse, auf das die Informationsveranstaltungen vom vergangenen Mittwoch gestoßen sind, und wie sehr die Menschen der Teilorte von dem möglicherweise auf sie Zukommenden bewegt sind.

Was mich sowohl bei den gegebenen Informationen als auch in der nachfolgenden Diskussion beeindruckt hat, war, dass das Argument „es war schon immer so, also muss es so bleiben“ kaum eine Rolle spielte, dafür aber der sinnvolle Ansatz „Was nutzt der Stadt, dem Teilort und ihren Menschen und was nicht?“. Eine sicherlich teuer zu bezahlende Beraterfirma soll also der Stadt Wege weisen, wie sie Umstrukturierungen und Einsparungen verwirklichen könnte. Die Frage ist: welche Rolle spielt bei den offensichtlich rein betriebswirtschaftlich angelegten Untersuchungen der Mensch? Hat die Beraterfirma die gewachsenen Strukturen, die wichtigen persönlichen Beziehungsgeflechte, die geschichtlichen Gegebenheiten in den Teilorten in ihre Arbeit einbezogen?

Nürtingen rühmt sich, eine bürgerfreundliche Stadt zu sein. Will sie das bleiben, dürfen Dienstleistungen nicht in Bürgerferne gerückt werden. Dazu nur dieses eine Beispiel: Man redet viel vom „demografischen Faktor“ – was würde älteren Bürgern zugemutet, die oft auf Fremdhilfe angewiesen sind, wenn sie wegen kleinen Anliegen ins Rathaus der sogenannten Kernstadt müssten? Zentralisierte und dadurch ausgeweitete Verwaltungsapparate werden in der Regel anonymer, formalistischer, umständlicher und teurer. Auch die Frage liegt nahe, dass die Stadtverwaltung mehr Macht bei sich konzentrieren will auf Kosten von Bürgernähe, kurzen, persönlichen Informationswegen. überschaubaren, schnellen Handlungsabläufen.

Die Stimmung bei der Raidwangener Informationsveranstaltung war klar: einmütige Unterstützung für die Bemühungen des Ortschaftsrats, sinnvolle, bewährte und gut eingespielte Verwaltungs- und Betreuungsaufgaben für die Menschen des Teilorts zu erhalten in gutem Einvernehmen mit der Gesamtstadtverwaltung.

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