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Attraktive Chance zu Ende denken

20.12.2013 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Kai Hansen, Nürtingen. Für den 17. Dezember wurde die Entscheidung zum Kunst- und Kulturzentrum auf dem Melchior-Areal am Neckar von der Tagesordnung des Gemeinderats genommen. Es soll dieser Punkt in einer gesonderten Sitzung behandelt werden. Das ist eine gute Entscheidung, denn es gibt Gelegenheit zur notwendigen Besinnung.

Wie so oft konkurrieren in dieser Frage Informationen und Grundhaltungen miteinander. Das Gutachten einer Wirtschaftsprüfungsfirma rechnet mit marktüblichen Standards und kommt so zu einer überaus teuren Rechnung. Das macht Eindruck. Aber werden darin wohlwollend, maßvoll und bedacht Notwendigkeiten und Möglichkeiten miteinander abgewogen? Wenn ein stadtfremder Gutachter ohne Berücksichtigung der unterschiedlichen Zielgruppen von einer „Konkurrenz zur Stadthalle“ redet, geht es dann neutral zu? Und ist es haltbar, auf kulturelle Einrichtungen dieselben Maßstäbe anzulegen wie auf Wirtschaftsunternehmen?

Nach Jahren im Investitionsstau und zunehmender Erschwernisse aufgrund der Haushaltslage haben sich in Nürtingen verschiedene Bildungseinrichtungen und Kulturschaffende erneut zusammengefunden, um an neuen Kooperationsformen zu arbeiten. Es ist ein Konzept entstanden, das neue und attraktive Chancen enthält, aber auch noch zu Ende gedacht werden will.

Beim Melchior-Gelände am Neckar in Nürtingen geht es um eine nachhaltige Entscheidung von großer Tragweite für Nürtingen. Nicht allein die Finanzen spielen dabei eine Rolle, sondern auch die Frage, ob man sich für eine Lösung einsetzt, die für Bürger zugänglich, anziehend und offen ist. Ist Kultur in Nürtingen eine Sache übriger Brosamen? Im Landesrecht von Sachsen hat man Kunst und Kultur einen verpflichtenden Gesetzesrang gegeben. Und im reichen Württemberg?

Es hinterlässt einen schlechten Eindruck, wenn dieselben Kräfte, die wirtschaftlich Rekordgewinne vorgeben, zugleich die Lebensqualität, nicht zuletzt Kunst und Kultur zuschanden richten. Auf den Punkt gebracht: Dieses Gelände sollte nicht privaten Profiteuren überlassen werden.

Was bleibt, ist die Hoffnung, dass die Entscheider im Gemeinderat das Melchior-Areal am Neckar für die Nürtinger Bürger erhalten und der Entwicklung eines soziokulturellen Zentrums Zeit geben – und helfen, dass das persönliche Ränkeschmieden sich nicht durchsetzt.

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