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Arbeit und Brot

23.04.2008 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Erich Besemer, Nürtingen. Wer lebt heute vom fruchtbaren Boden des Großen Forsts? Ein Landwirt mit zirka 60 Bullen, also Schlachtvieh. Ein Landwirt, der zirka 60 Pferde aus der näheren und weiteren Umgebung betreut. Ein landwirtschaftlicher Unternehmer, der mit seinem Maschinenpark im Umkreis von sechzig Kilometern den Landwirten bei der Ernte hilft und zudem in Sachsen einen zweiten Bauernhof besitzt. Wer von den drei Unternehmern welchen Anteil des Großen Forsts bewirtschaftet, entzieht sich meiner Kenntnis.

Eines weiß ich jedoch sicher: Mein Vater, arbeitslos von 1930 bis 1933, würde es mir nie verzeihen, wenn ich nicht den Bedarf an gewerblichen Arbeitsplätzen ansprechen würde. Mit etwas gutem Willen müsste es möglich sein, im Interesse und zum Wohle unserer Stadt, insbesondere der Arbeiterschaft, der Firma Boss einen Teil des Großen Forsts zu überlassen.

Arbeitsplätze, Landwirtschaft und Landschaft als gemeinsames Ziel zu vereinen, müsste unsere Aufgabe sein; dies kann gelingen bei etwas gutem Willen. Deshalb Arbeit und Brot für Nürtingen! Absolut wichtig sind Arbeitsplätze für die Zukunft unserer Kinder. Arbeit und Brot auf dem Großen Forst durch die Firma Boss und die dort angesiedelten Landwirte, die dort auch weiter existieren können, sowie Erholung rings um Nürtingen, angefangen mit Galgenberg, Ersberg, Säer, Zizishäuser Berg.

Miteinander für Arbeit und Brot in dem von mir genannten Sinne; das wäre die Lösung für die Zukunft, nicht die einseitige Ablehnung von Arbeitsplätzen auf dem Großen Forst. In diesen Tagen konnte man in der Zeitung nachlesen, wie labil der Welt-Lebensmittelmarkt ist. Doch in Zukunft gilt erst recht: Zuerst brauche ich Arbeit, um Brot kaufen zu können; umgekehrt geht es nicht, denn keiner unserer Bauern wird Brotlaibe zu verschenken haben.

Niemand konnte sich bis zur Bürgerver- sammlung ein umfassendes Bild über das Bauvorhaben auf dem Großen Forst machen. Seit Montag ist dies jedoch jedem Leser der Nürtinger Zeitung möglich, dank der objektiven Berichterstattung unserer Heimatzeitung. Meine Bitte an alle Nürtingerinnen und Nürtinger: Setzen wir die Bürgerversammlung als Stunde null an und arbeiten gemeinsam und nicht gegeneinander an einem Konzept für unsere Bürger, die Arbeiter und die Bauern, im Sinne des Vaterunsers: Unser täglich Brot gib uns heute.

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