Leserbriefe

Antisemitische Straftaten

01.06.2019, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Simon Kromer, Wendlingen. Zum Artikel „Immer mehr rassistische und antisemitische Straftaten“ und zum Kommentar „Enthemmung“ vom 15. Mai. Eine Anfrage der FDP-Fraktion zur Polizeistatistik über antisemitische Straftaten in Berlin hat ergeben, dass 120 antisemitische Straftaten Rechtsextremen zugeordnet wurden, obwohl den Vorfällen gar kein Motiv zugeordnet werden konnte (was generell ein Problem solcher Hassdelikte ist).

So wurde dort aus einem Anteil Rechtsextremer an diesen Taten von einem Drittel auf einmal einer von zwei Dritteln. Auch in Bezug auf Europa und das Bundesgebiet bestätigt sich eine angenommene Mehrheit rechtsextremer Antisemiten keineswegs. Der „Unabhängige Expertenkreis Antisemitismus“ hat moniert, dass bei der Zuordnung antisemitischer Straftaten bestimmte Vorkommnisse wie hingeschmierte Hakenkreuze sofort Rechtsextremen zugeordnet werden, auch wenn sie beispielsweise an der Hauswand einer AFD-Zentrale landen.

Umfragen einer EU-Studie unter jüdischen Opfern in Deutschland zeigen mit 41 Prozent in der Mehrheit muslimische Tatverdächtige (Rechtsextreme: 20 Prozent). In anderen Umfragen steigt der Wert angenommener muslimischer Tatverdächtiger auf 60 oder 80 Prozent.

Historiker und Antisemitismusexperte Michael Wolfssohn sieht im Antisemitismus muslimischer Extremisten gar die größte Bedrohung für Juden in Deutschland und Europa. Aber „eine vertiefte Prüfung der Statistik habe das Urteil der Ermittler bestätigt, dass es [antisemitische Straftaten] ganz überwiegend von rechts kommt.“ Diese vertiefte Prüfung, die allen Indizien, die zu dem Thema bekannt sind, widerspricht, würde ich ja gerne einmal dargelegt bekommen. Vielleicht könnte Frau Bauer, die rechtsextreme Positionen bis „weit in die Mitte der Gesellschaft“ getragen sieht, die Vorgehensweise der prüfenden Beamten in einem Folgeartikel zu der Antisemitismusstatistik ja einmal genauer erklären.

Leserbriefe

Der Abstand zu den Windkraftanlagen

Heinz Vogel, Oberboihingen. Zum Artikel „Standorte in der Region vom Winde verweht“ vom 14. Juni. Wenn man den BW-Windatlas 2019 einmal anschaut, stellt man fest, dass darin für die betrachteten Windhöffigkeiten die maximale Nabenhöhe der Windkraftanlagen von 160 Meter auf 200 Meter angehoben…

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