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Als Wähler strengen Maßstab anlegen

20.10.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Andreas Schönberger, Aichtal. Zum Leserbrief „Es geht mir um Aichtal und seine Bürger“ vom 16. Oktober. Bürgermeisterkandidat Sebastian Kurz nennt meine mit Quellen belegten Tatsachen, die jeder mit ein paar Klicks selbst überprüfen kann, „unsachlich“. Gerne möchte ich ihm darauf antworten:

Herr Kurz versucht es also mit der seit Guttenberg leidlich bekannten „die paar Fehler!“-Argumentation. So sei er nach vier Monaten aus der ALFA wieder ausgetreten, als er die „populistischen Strömungen bemerkte“. Wer in eine Partei rechts der CDU eintritt und dann erst später bemerkt haben will, auf was er sich da eingelassen hat, muss sich schon die Frage gefallen lassen, wie (politisch) naiv er eigentlich ist und wie wenig intensiv er sich vor dem Eintritt mit dieser Partei beschäftigt hat. Von daher hat Herr Kurz meine geäußerte Befürchtung, er könne in Zukunft vielleicht auch in eine andere Partei rechts der CDU eintreten, vollauf bestätigt. Zumal Herr Kurz in der ALFA ja nicht nur ein einfaches Parteimitglied war, sondern eben deren Direktkandidat bei der Landtagswahl 2016, bei der er 0,84 Prozent der Stimmen erzielte.

Sehr interessant ist natürlich auch, auf was Herr Kurz nicht eingeht: Kein Wort zu den im Raum stehenden „Diebstahlsdelikten“ bei zwei früheren Arbeitgebern. Auch kein Wort über die Plagiatsvorwürfe in Leserbriefen. Ebenso kein Wort über die vom Vater versuchte Einmischung in die Pressefreiheit. Und schließlich keins darüber, ob er die CDU nach wie vor für „zu links“ hält.

Wenn es Herrn Kurz und seine Anhänger stört, dass man kritisch nachfragt und nachschaut, was den Charakter und die politische Gesinnung eines Kandidaten betrifft, dann haben diese Personen ein anderes Demokratieverständnis als ich. Die Wähler sollen eine informierte Wahlentscheidung treffen können, jenseits von Hochglanzbroschüren und professionellen Homepages. Es geht hier um das politische Amt des hauptberuflichen Bürgermeisters in einer Gemeinde mit 10 000 Einwohnern, gewählt auf acht Jahre. Dabei sollte man als Wähler einen strengen Maßstab anlegen, was die fachliche und charakterliche Eignung betrifft. Wer über all diese Dinge hinwegsehen kann, der soll ihn eben wählen und auf das Beste hoffen. Falls sich Herr Kurz dann allerdings als Fehlgriff für Aichtal entpuppen sollte, darf man später aber auch nicht behaupten, man hätte nichts über seinen Hintergrund gewusst.

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