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Leserbriefe

Alles nur zur Ablenkung?

15.11.2018 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Simon Kromer, Wendlingen. Zum Artikel „Alles, was das Bauhaus gemacht hat, ist peinlich“ vom 31. Oktober. „Die Bullenhelme, die sollen fliegen, eure Knüppel kriegt ihr in die Fresse rein“ – auf diese Liedzeile hat Herr Welke den Sänger der Band „Feine Sahne Fischfilet“, Jan Gorkow, angesprochen, und zwar mit den Worten „Wäre es Ihnen lieb, dass dieses Lied endlich mal als Schnee von gestern betrachtet wird?“. Also, mir wäre es ja lieb, wenn ein Journalist seinem Berufsbild entsprechend investigative Fragen stellt und vor allem jemanden, der Drohungen an die Polizei verfasst, ernsthaft darauf anspricht, ob er das denn auch so meint.

Denn auch wenn diese Band mittlerweile nicht mehr in Verfassungsschutzberichten auftaucht – von den Inhalten, die sie früher so von sich gegeben hat, hat sie sich meines Wissens nie ausdrücklich distanziert, allenfalls von ihrer musikalischen Leistung. In diesem Interview hat sie es ja auch nicht getan, stattdessen einfach über rechte Gewalt doziert. Und dazu scheint rechte Gewalt ja inzwischen da zu sein, um von linken Gewaltfantasien abzulenken.

Vielleicht ist mein Anliegen, dass die Stuttgarter Nachrichten besser keinen Linksextremismus verharmlosen, aber auch einfach zu konservativ. Ich meine, schließlich hat mein Bundespräsident diese feinen jungen Musiker ja auch wohlwollend verlinkt und auch sonst scheint die ganze Öffentlichkeit nichts anderes mehr zu tun zu haben, als diese armen kleinen Idealisten vor Mitarbeitern der Bauhaus-Stiftung zu schützen, die sich als Inhaber von Teilen des UNESCO-Welterbes vorher lieber genau überlegen, wer ihnen möglicherweise die Einrichtung zertrampelt. Betütteln wir also brav weiter, was uns kaputt machen will und bedanken wir uns publikumswirksam, dass es überhaupt da ist. Es wird sich sicherlich einmal dankbar gegenüber uns zeigen.

Leserbriefe

Die Konsequenzen bleiben nicht aus

Reinmar Wipper, NT-Roßdorf. Zu den Artikeln „Das andere Abitur“ und „Abitur in Ausnahmezeit der Pandemie“ vom 3. Mai. Seit Corona übertreffen sich Politiker und Medien sowie etwa 50 Millionen Virologen, Statistiker und Propheten darin, diese Krise gesund und zu einem guten Ende zu beten. Im…

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