Leserbriefe

Alles eine Frage des Standorts

13.12.2018 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dorothea Röcker, Nürtingen. Zum Artikel „Wirtschaftsbeirat sieht den Bedarf für ein Hotel“ vom 8. Dezember. Der Wirtschaftsbeirat der Stadt hat sich in seiner jüngsten Sitzung für die Schaffung von mehr Hotelkapazität in Nürtingen ausgesprochen. Der Standort spielt für das Gremium keine wesentliche Rolle. OB Heirich schreibt in seinem Weihnachtsbrief an die im Ausland lebenden Nürtinger, dass eine Bürgerinitiative ein Hotel an der Neckarstraße verhindern will und dadurch der wirtschaftlichen Entwicklung im Weg steht. Er verschweigt allerdings, dass er selbst schon zweimal den Antrag gestellt hat, den Verkaufsbeschluss zurückzunehmen und jeder Gemeinderat mindestens einmal per Handzeichen zugestimmt hat. Es wird auch nicht erwähnt, dass ein Nürtinger Hotelier gerne zusammen mit einem Investor ein Hotel in der Sigmaringer Straße bauen und betreiben würde, wenn in der Neckarstraße kein Hotel gebaut wird.

Herr Oberbürgermeister Heirich hat diese Alternative nie ernsthaft in Erwägung gezogen. Stattdessen diskutiert er mit 30 Zufallsbürgern an zwei Abenden hinter verschlossenen Türen über streng geheime Pläne auf der Basis einer Visualisierung, die niemand vorher gesehen hat und nennt diesen Vorgang Bürgerbeteiligung. Diese Bürgerbeteiligung soll den Bürgerentscheid ersetzen, den 4701 Bürger mit ihrer Unterschrift gefordert hatten und der „aus Kostengründen“ verhindert wurde. Ob dies billiger war, wissen wir nicht. Eins ist jedoch sicher, dass das Anliegen der Bürgerinitiative und der 4701 Bürger, das Grundstück zwischen der Neckarstraße und dem Neckarufer vor dem Verkauf und der Betonpumpe zu bewahren, weiterhin bestehen bleibt.

OB Heirich sollte jetzt die Größe zeigen, in der letzten Phase seiner Amtszeit die Fehler dieses Jahres zu korrigieren und sich ernsthaft um Alternativen zum Hotelstandort Neckarstraße zu kümmern. Es liegt in seiner Verantwortung, die Energie von Verwaltung, Gemeinderat und Bevölkerung zusammenzuführen und zum Wohl der Stadt eine erfolgreiche Gartenschaubewerbung zu ermöglichen. Dazu darf man keine relevanten Grundstücke an Investoren verkaufen.

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