Leserbriefe

Abwiegeln und verharmlosen

06.04.2019, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Conny und Eberhard Ellwanger, NT-Reudern. Zum Artikel über „Schutzkonzepte bleiben häufig auf der Strecke“ vom 30. März. Es gibt viele Zeitgenossen, die meinen, Kirchen machen keinen Sinn mehr. Genährt wird dies zurzeit durch die vielen Missbrauchsfälle, die nach und nach zu Tage treten und durch die plumpe Art und Weise, wie von Teilen der Kirchen mit diesen schrecklichen Vorfällen umgegangen wird. Wir meinen nicht, dass dies Gründe zur Abschaffung der Kirchen sind. Wir schaffen zum Beispiel die Krankenhäuser nicht ab, wenn darin Patienten sterben. Sie machen ja trotzdem Sinn, aber es wird dem nachgegangen, was schiefgelaufen ist.

Die Kirchen machen ebenso Sinn, denn sie können Anlaufstelle sein, oder Werte vermitteln, wo es sonst niemand tut. Aber jetzt kommt der Haken: anstatt die Chance zu ergreifen und den Menschen zu zeigen, dass es sich lohnt, der Kirche (wieder) Vertrauen zu schenken, eiern viele ihrer Vertreter hilflos herum und machen die tolle Arbeit anderer zunichte.

Es gibt Gott sei Dank viele Vertreter in den Kirchen, die sehr deutlich benennen, was vorgefallen ist, dass das absolut verachtenswert ist und die unter anderem Schutzkonzepte in die Wege leiten und sich auf andere Weise erfinderisch und transparent darum bemühen, dass Missbrauchsfälle nicht nur gesühnt, sondern auch verhindert werden. Leider gibt es auch die oben erwähnten Vertreter, die lieber weiterhin versuchen, das Geschehene totzuschweigen, die abwiegeln und verharmlosen. Am Ende sind es genau diejenigen, die einen hohen moralischen Anspruch vor sich hertragen, dann sich aber wegducken, wenn es ernst wird – wenn es nicht das „Fußvolk“, sondern die Theologen betrifft.

Absolut kindisch ist hierbei die Reaktion, auf Familien und Sportvereine hinzuweisen, in denen es auch Missbrauch gibt, oder zu behaupten, es gäbe keinen Bedarf für Schutzmaßnahmen. Das macht Missbrauch in der Kirche nicht ungeschehen und klammert die Werte aus, für die sie steht. Wenn solche Seelsorger einfach mal nichts sagen würden, wenn sie schon nicht wissen, wie sie mit der Situation umgehen sollen, schafften es vielleicht ihre Kolleginnen und Kollegen, das Ruder herumzureißen und die Kirche könnte wieder zu einem Ort des Vertrauens werden.

Leserbriefe

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